Florian Hufnagl

Alberto Alessi hat als Unternehmer Designgeschichte geschrieben und ist Teil des aktuellen Designdiskurses, den er aktiv mitgestaltet.

Alessandro Mendini ist Designlegende und sorgt trotz seines biblischen Alters dank seinem klaren analytischen Verstand und seinem wachen kritischen Blick für Überraschung und Unruhe ...

Florian
Hufnagl

Alberto Alessi hat als Unternehmer Designgeschichte geschrieben und ist Teil des aktuellen Designdiskurses, den er aktiv mitgestaltet.

Alessandro Mendini ist Designlegende und sorgt trotz seines biblischen Alters dank seinem klaren analytischen Verstand und seinem wachen kritischen Blick für Überraschung und Unruhe. Beide zusammen haben in den letzten Jahrzehnten Projekte der unterschiedlichsten Art entwickelt, die phänotypisch für italienisches Design stehen.

Gemeinsam ist den beiden so unterschiedlichen Charakteren, daß ihr Handeln zu Beginn häufig mißverstanden oder die Konsequenz der Tragweite ihrer Überlegungen zunächst nicht gesehen wurde.

Dies ist wichtig festzuhalten, denn das weiß heute kaum jemand mehr im Gegenteil, sie sind Monumente des italienischen Designs: untrennbar mit dem Land verbunden, in dem sie tätig sind. Neues zu generieren, anders zu denken, ist vermutlich das Verbindende und treibende Kraft.

Und dies ist zugleich der Grund für die ungewöhnliche Zusammenarbeit zwischen einem Unternehmer, einem Designer und unserem Museum, die auf unterschiedliche Weise angetreten sind, den Versuch zu unternehmen, das große Thema „Humanisierung der Gesellschaft durch Design“, Nachhaltigkeit und social responsibility neu zu definieren.

Nach fast dreißig Jahren der Zusammenarbeit und des geistigen Austausches zwischen der Neuen Sammlung – The International Design Museum Munich und dem Unternehmen Alessi mit seinem ‘spiritus rector’ Dr. Alberto Alessi untersuchen wir gemeinsam mit dem visionären Unruhegeist Alessandro Mendini den Blick zurück um in die Zukunft zu gehen.

Ein inspirierendes Abenteuer in einer Zeit des Umbruchs.
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Florian Hufnagl

Alberto Alessi

Trop sucré? Gewöhnlich definieren wir bei Alessi einen historischen Zeitraum traditionell jeweils zehn Jahre nur retrospektiv, das heißt nachdem der Zeitraum selbst bereits vergangen bzw. Geschichte geworden ist.

So bezeichnen wir unsere zurückliegenden Dekaden heute als Endphase des italienischen Bel Design (70er Jahre), ...

Alberto
Alessi

Trop sucré? Gewöhnlich definieren wir bei Alessi einen historischen Zeitraum traditionell jeweils zehn Jahre nur retrospektiv, das heißt nachdem der Zeitraum selbst bereits vergangen bzw.

Geschichte geworden ist.

So bezeichnen wir unsere zurückliegenden Dekaden heute als Endphase des italienischen Bel Design (70er Jahre), als Postmoderne (80er Jahre), als spielerische Phase (90er Jahre) und schließlich dank der kürzlichen Definition von Mendini als eklektischen Moment (die Nuller-Jahre).

Anlässlich dieser Ausstellung haben wir uns an einer spannenden, wenn auch schwierigen Aufgabe versucht: Im Voraus zu bestimmen, welche Richtung das kommende Jahrzehnt einschlagen wird.

Das ist jedoch nicht nur schwierig, sondern aufgrund unserer Vermittlerrolle im Designbereich vielleicht sogar unmöglich.

Lassen Sie mich dies näher erläutern: Ich war immer der Ansicht, dass unser wahres Wesen dem eines industriellen Forschungslabors für angewandte Kunst (dem heutigen Design) entspricht.

Unsere Aufgabe besteht darin, kontinuierlich und unermüdlich zu vermitteln: zwischen den fortschrittlichsten Instanzen der zeitgenössischen, internationalen Kreativität im Produktdesign einerseits und den Erwartungen des Publikums andererseits.

Unsere ihrem Ursprung nach so typisch italienische Arbeit wird von der Tatsache bestimmt, dass wir uns mit einer der so-genannten „kommerziellen Künste“ von heute befassen.

Meines Wissens nach war es der Philosoph Gianni Vattimo, der den Ausdruck „kommerzielle Kunst“ zum ersten Mal verwendete, und zwar als Bezeichnung für jene Form der künstlerischen und schöpferischen Tätigkeit (wie Mode, Film, Rockmusik), deren Existenzberechtigung in der Akzeptanz des Publikums liegt anders als bei der so genannten Hochkunst.

Ohne die Zustimmung eines größeren Publikums nicht beschränkt auf einen kleinen Kreis von Liebhabern, wie es bei den schönen Künsten vorkommt kann es Design nicht geben.

Das hat wahrscheinlich viel mit der Bedeutung des Produktionselements für unsere Art von Unternehmen zu tun, egal wie groß oder klein.

„Most Advanced Yet Acceptable“, empfahl Raymond Loewy seinen Schülern und prägte damit die MAYA-Taktik.

„So fortschrittlich wie möglich und dennoch akzeptabel“ arbeiten auch wir in unserem Forschungslabor: Wir spüren neue Talente auf, die in der Lage sind, die Produktwelt, die uns in den kommenden Jahren umgeben wird, ein ums andere Mal neu zu entwerfen.

Darüber hinaus–, das gebe ich gern zu, fördern wir neue Produkte, die nicht nur auf dem Prinzip ihres kommerziellen Erfolgs beruhen, sondern auch eine künstlerische und poetische Gültigkeit haben und über das aktuelle Stadium der Konsumgesellschaft hinaus in ihrer Immanenz auch ein Körnchen Transzendenz verkörpern.

Wir können sicherlich Einfluss auf das Publikum nehmen und es zu einer gestalterischen Qualität anleiten, die wir für richtig und dem historischen Zeitpunkt angemessen halten.

Doch das letzte Wort wird immer das Publikum selbst haben.

Wir wünschen uns, dass unsere Produkte zum Universalen tendieren, dass aus ihnen neue Mythen entstehen, die uns helfen, unsere Epoche zu dekodieren.

Doch wir wissen auch, dass wir uns an einer unsichtbaren Grenze entlang bewegen, die das Mögliche vom Unmöglichen trennt das, was das Publikum bereit ist, zu verstehen, zu akzeptieren oder sogar zu lieben, von dem, was es nicht verstehen oder schätzen kann.

So sieht die Wirklichkeit eines italienischen Designunternehmens aus.

Um mich im komplexen Panorama des zeitgenössischen Designs zu orientieren, hatte ich mir bisher die Dichotomie des Soziologen Michel Maffesoli für meinen persönlichen Gebrauch zurechtgelegt.

Maffesoli teilt die Strömungen der heutigen Gesellschaft in zwei Verhaltensmuster ein: „paranoisches“ und „metanoisches“ Verhalten.

Ersteres entspricht dem normativen Ansatz unserer Lehrer und Eltern, die uns stets vorschreiben, wie wir uns benehmen sollen und was richtig und was falsch ist. Metanoisches Verhalten hingegen zeigt jemand, der der Gesellschaft und den Menschen zugeneigt ist und ihnen gibt, was sie wollen oder was sie zu brauchen scheinen, ohne ihnen seine eigenen Dogmen aufzuerlegen.

Ein löbliches Beispiel für paranoisches Verhalten sind jene Herausgeber, die darauf bestehen, die Werke ihrer Lieblingsautoren zu veröffentlichen, und sei es in Kleinstauflagen von vielleicht tausend Exemplaren. Ein vortreffliches Beispiel für metanoisches Verhalten geben die kommerziellen Fernsehsender von heute ab, die den Zuschauern auf der Basis von Publikumsanteilen und Einschaltquoten beklagenswerte Programme vorsetzen. Im Designbereich kann Enzo Mari als paranoisch gelten, der sein Projekt nicht mehr als gut empfindet, wenn es sich verkauft. Metanoisch hingegen ist Giovannoni, wenn er sagt, ihn interessiere nur das, was sich gut verkauft.

Zwischen diesen beiden scheinbaren (weil auf dialektische Art verwendeten) Gegensätzen bewegt sich also unsere Tätigkeit als künstlerischer Vermittler in der Designwelt.

Vor kurzem haben mir die Brüder Bouroullec eine neue Dichotomie nahe gebracht, die so aktuell wie ansprechend ist: trop sucré kontra pas trop sucré, d.h. die „Menge an Zucker“ (die Suche nach Expressivität, nach Epiphanisierung), die Projekten beigefügt wird.

Diese vielversprechende Art der Abgrenzung mache ich mir zu eigen. Sie wird mir im vor uns liegenden Jahrzehnt als Leitfaden dienen.

Versuchen Sie doch, die zwölf neuen Projekte, die wir in diesem Buch präsentieren und die unsere „Neuen Instanzen“ für dieses Jahrzehnt verkörpern, ebenso einzuteilen sozusagen als Vorausschau auf die folgenden Kataloge, die diese Projekte genauer vorstellen.
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alessi
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Alessandro Mendini

Mein Buch „Paesaggio Casalingo“ stiftete im Unternehmen Alessi einem Unternehmen, das nach seinem anfänglichen unsystematischen Wachstum ein großes und vielfältiges Spektrum an Objekten hervorgebracht hatte, von denen einige so hervorragend wie erfolgreich waren zum ersten Mal so etwas wie ein Selbstbewusstsein. ...

Alessandro
Mendini

Mein Buch „Paesaggio Casalingo“ stiftete im Unternehmen Alessi einem Unternehmen, das nach seinem anfänglichen unsystematischen Wachstum ein großes und vielfältiges Spektrum an Objekten hervorgebracht hatte, von denen einige so hervorragend wie erfolgreich waren zum ersten Mal so etwas wie ein Selbstbewusstsein.

In den 70er Jahren hatte sich das Unternehmen in die institutionelle Szene des italienischen Bel Design eingereiht, mit bemerkenswertem Prestige, jedoch ohne sich durch die subtileren Einflüsse des radikalen Designs erschüttern zu lassen.

Heute stehen wir in der großen Ausstellung eines bedeutenden Unternehmens für „Haushaltsgegenstände“.

Für das Ausstellungskonzept erschien es uns notwendig, über den historischen, deskriptiven Diskurs des Unternehmens selbst hinauszugehen und stattdessen einige übergreifende Themen anzusprechen.

Unserer Meinung nach lassen sich die am Beispiel Alessi vorgestellten Aspekte auf die zahlreichen Momente des Wandels ausweiten, die sich heute im Designsektor in vielen verschiedenen Teilen der Welt so dringlich präsentieren.

Die Ausstellung beginnt mit einer kritischen Analyse der Entwicklung der internen Strategien von Alessi von den Anfängen bis heute. Weiterhin konzentriert sie sich auf aktuellere Szenarien, denen wir gegenwärtig überall begegnen: Beispiele sind die vereinfachten Herstellungsverfahren, die kulturelle Beziehung zwischen Ost und West, die Nutzung von Ausschussund Halbfertigwaren, die Energieeinsparung, neue Methoden, usw.; außerdem natürlich der Wandel des ästhetischen Empfindens, das sich den rapiden Veränderungen der Lebensbedingungen auf funktionelle Art anpassen muss.

Im Kern der Ausstellung stehen zehn grundlegende Themen, die „Neuen Instanzen“, deren theoretische Ausrichtung sowohl auf Alessi als auch auf andere Unternehmen zuzutreffen scheint und sich selbst auf didaktischer Ebene in der Lehre als nützlich erweisen könnte. Diese „Projektthemen“ wurden ebenfalls zehn Designern übertragen, die sich mit neuen, für die zukünftige Produktion bestimmten Objekten befasst haben.

Im Zentrum präsentiert die Ausstellung also eine Reihe von Produktneuheiten, Prototypen und Überraschungen, die zur kritischen und theoretischen Diskussion stehen.

Natürlich fehlt auch der historische Überblicksteil nicht. Auch dieser gründet auf einer theoretischen Basis und geht den Evolutionsstrategien im Hause Alessi nach, die zum gegenwärtigen-Status und zum aktuellen Entwicklungsstand geführt haben.

Heute wird Alessi von der Idee der Identität inmitten einer unendlichen Vielfalt geleitet.

Eine Idee, die mit der Sinuskurve der Geschichte übereinstimmt, die vom Eklektizismus übergeht zur Notwendigkeit neuer Synthesen und aus jenen ungreifbaren Kriterien von Sicherheit und Verantwortung, die in der heutigen Welt von so großer Bedeutung sind, ein vollständiges Bild entwirft.
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Mendini
Mendini
Mendini
                                 
Die historischen Phasen. Die historischen Phasen des Unternehmens sind durch bestimmte Produkte, Stile und Ansätzezeitlich festgelegt. Eine erstaunliche Abfolge von Kultobjekten und Bestsellern, die sich einen festen Platz im Kollektivbewusstsein erobert haben, kennzeichnet die wesentlichen Momente in der Geschichte der Marke Alessi.

Die historischen
Phasen.

Die historischen Phasen des Unternehmens sind durch bestimmte Produkte, Stile und Ansätzezeitlich festgelegt. Eine erstaunliche Abfolge von Kultobjekten und Bestsellern, die sich einen festen Platz im Kollektivbewusstsein erobert haben, kennzeichnet die wesentlichen Momente in der Geschichte der Marke Alessi: Allen voran das berühmte Service „Bombé” (1945), das zum Symbol des Hauses geworden ist, dann die professionellen Küchengeräte, die 70er Jahre, die Idee der „Fabbrica Estetica“, die Töpfe, das Contro-Design, die spielerisch-psychoanalytische und die anthropologische Phase; von Anfang an Metall als Leitfaden, dann Aluminium, Alpaka (Neusilber), Messing und Stahl und die Öffnung hin zu anderen Materialien wie Glas, Holz, Keramik und Silber, und schließlich das Aufkommen der Kunststoffe.

Die Meister von Alessi: Sottsass, Sapper, Castiglioni, Mendini, Rossi, Graves, Starck, Branzi und Mari. Die Ikonen: die Zitruspresse „Juicy Salif“, der Topf „La cubica“, „100% Make Up Vasen“, „La conica”, die Wasserkessel, der Korkenzieher „Anna G.“, die Ölflasche von Sottsass, die „Kaffeemaschine 9090“ von Sapper, der Gasanzünder „Firebird“, das „Pasta Set“. Diese Produkte nehmen in unserer Vorstellung stets neue Formen an, wie einzigartige, geliebte Gegenstände.

Eben dieses Merkmal eine eigenständige Präsenz jenseits des alltäglichen Nutzens verleiht allen Alessi-Objekten jenen Hauch von Belebtheit und Empathie, der sie fast zu Freunden des Hauses macht. Gemeinsam betrachtet, fügen sich diese historischen, noch immer erhältlichen Artikel zu einem faszinierenden, fröhlichen Reigen zusammen.

Ebenso wichtig ist es jedoch, sie einzeln zu studieren, um die Geschichte, Motivation, Beschaffenheit und Gefühlswelt hinter jedem individuellen Objekt zu begreifen.
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Fasi Storiche Alessi
Fasi Storiche Alessi

alessi d’apres
di alberto alessi

eine Karriere bei Alessi hat im Juli 1970 begonnen, am Tag nach meinem Jura-examen. ...

alessi d’apres
di alberto alessi

Meine Karriere bei Alessi hat im Juli 1970 begonnen, am Tag nach meinem Jura-examen. Unter dem utopischen Einfluß der „Vervielfältigung der Kunst“ entwickelte ich eine Art kulturtheoretisches Programm, das eine neuartige Handelskultur vertrat, die es den Massen der Konsumenten ermöglichen sollte, wirklich künstlerische Gegenstände zu bezahlbaren Preisen zu erwerben.

Die Autoren der „Multiples“ waren die italienischen Bildhauer Giò Pomodoro, Carmelo Cappello, Pietro Consagra und Andrea Cascella, sowie der Jugoslave Dušan Džamonja.

Alberto Alessi
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Fasi Storiche Alessi
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Die Gegenwart: der eklektische Moment. Alessis Gegenwart steht im Zeichen des Eklektizismus: Die verschiedenen stilistischen und typologischen Phasen, die Materialien und Gestalter der zurückliegenden Jahrzehnte werden seit Beginn des 21. Jahrhunderts durch eine heterogene Formensprache und Strömungen, die typisch für eine manieristische Epoche sind, abgelöst. ...

Die Gegenwart:
der eklektische Moment.

Alessis Gegenwart steht im Zeichen des Eklektizismus: Die verschiedenen stilistischen und typologischen Phasen, die Materialien und Gestalter der zurückliegenden Jahrzehnte werden seit Beginn des 21. Jahrhunderts durch eine heterogene Formensprache und Strömungen, die typisch für eine manieristische Epoche sind, abgelöst.

Alle Erfahrungen und Ansätze bisheriger Kollektionen werden vertieft, erweitert und neu interpretiert, was bisher in der Geschichte Alessis noch nie vorgekommen ist.

Die raffinierten Entwurfsmethoden für Prototypen und die größere Vielfalt bei Preisen und Produktionsverfahren ermöglichen ein immer breiter und facettenreicher werdendes Angebot. Es liegt im Wesen des Eklektizismus, dass sich Motive und Produkte wie Lauffeuer verbreiten, und auch der Manierismus unterliegt den Regeln der Wiederholung.

Die Marke Alessi jedoch ist dank ihres soliden, charakteristischen Fundaments eine Garantie für die Homogenität und Unverkennbarkeit ihrer Produkte.

Das gesamte Wissen, das in Alessis Kollektionen für Haushaltsobjekte und angrenzende Gebiete zutage tritt, wird seit dem Jahr 2000 rigoros „neu“ aufgearbeitet.

Darüber hinaus beschreitet das Unternehmen auch mit der Lizenzierung neue Wege, u.a. in den Bereichen Bad, Küche, Uhren, Elektrogeräte, Telefone und Schreibgeräte.

Die Produktion des Unternehmens gliedert sich heute in drei Marken: Officina Alessi präsentiert experimentelle, innovative Produkte, Alessi steht für die klassische Linie und A di Alessi für das so genannte „populäre Design“.
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Presente Alessi
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Die Neuen Instanzen

„Die Neuen Instanzen“ sind eine Reihe von Themen mit großer, Bedeutung für Alessi sowie für die zukünftige Unternehmenspolitik und -strategie. Es ist anzunehmen, dass diese kritischen Aspekte außerdem einen aktiven Beitrag zum allgemeinen Wandel der Designwelt leisten werden. -Von den zwölf neuen, hier vorgestellten Projekten sind neun für die zukünftige Produktion bestimmt. ...

Die Neuen Instanzen

„Die Neuen Instanzen“ sind eine Reihe von Themen mit großer, Bedeutung für Alessi sowie für die zukünftige Unternehmenspolitik und -strategie. Es ist anzunehmen, dass diese kritischen Aspekte außerdem einen aktiven Beitrag zum allgemeinen Wandel der Designwelt leisten werden. -Von den zwölf neuen, hier vorgestellten Projekten sind neun für die zukünftige Produktion bestimmt.

Das zehnte ist eine Neuausgabe einiger Multiples der Gruppo T, das elfte dagegen ist eine Art Vorschau auf ein Projekt, das 2011 in Zusammenarbeit mit dem Beijing Industrial Design Center (BIDC) entstehen soll: Im Rahmen des Projekts, das in gewisser Hinsicht die Tore der Verbotenen Stadt öffnet, verarbeiten acht chinesische Architekten künstlerisch ihre Reflexionen zur Esskultur im Allgemeinen und zum Thema Esstisch im Besonderen. Das zwölfte und letzte Projekt schließlich ist die konzeptuelle Provokation einer Gruppe junger niederländischer Designer.

Der Fokus aller Projekten liegt auf den Themenbereichen Wiederverwertung, Verbrauchssenkung, Vereinfachung der Herstellungsverfahren und optimale Materialausnutzung, doch auch Fantasie und Ästhetik kommen nicht zu kurz.

Im Vergleich zur vorhergehenden eklektischen Phase werden nun zielgerichtetere Ansätze und Strategien verfolgt. Theorie, Entwurf, Produktion, Management, Marketing und Kommunikation alle Elemente fließen zu einem Metaprojekt der „neuen Radikalität“ zusammen. Das Archaische, das Hybride, das Gewöhnliche, das Ursprüngliche, das Extreme die neuen Faktoren des Marktes sind die Knotenpunkte dieser historischen Versuchsphase im Zeichen der Verantwortung.
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Deltour

A Tempo“: die neue Schlichtheit. Diese Projektfamilie entstand aus dem Wunsch heraus, mit einem industriellen und ganz und gar elementaren Material zu arbeiten: Stahldraht. Die Stahldrahtindustrie ist heutzutage hoch entwickelt; das Material selbst wird gewöhnlich im industriellen, weniger im häuslichen Rahmen eingesetzt. ...

Deltour

A Tempo“: die neue Schlichtheit. Die Designerin wollte die Ausdrucksmöglichkeiten des Stahldrahts erforschen und eine neuerliche Diskussion über sein Formenvokabular eröffnen. Die Objekte der Familie „A Tempo“ harmonieren in einem Crescendo aus Rhythmus, Bewegung, Dichte und Größe miteinander. Dank der überaus einfachen Herstellungstechniken und seiner Verwendung als grafisches Element wird die ästhetische Qualität des Stahldrahts hervorgehoben. Es entsteht eine außergewöhnliche Formensprache, die sich durch ganz besondere optische Effekte auszeichnet.
Die Verpackung besteht aus schlichtem Papier, in das jedes Objekt einzeln eingeschlagen wird ganz wie die allerersten Artikel, die Alessi je verkauft hat. Es war Konstantin Grcic, der mir nahe legte, ein Auge auf die Arbeit seiner jungen französischen Mitarbeiterin zu werfen: Sofort fielen mir die beinahe spartanische, äußerst reduzierte Einfachheit und die Suche nach dem Wesentlichen auf, die sich durch ihr gesamtes Portfolio von Entwürfen und Fotografien zogen.
Die Designer, denen ich begegne vor allem die jungen haben oft eine gute Portion Mut und Einfallsreichtum, mit denen sie schwierige Themen furchtlos in Angriff nehmen, wie zum Beispiel die Suche nach einer neuen Schlichtheit im Reich des kommerziellen Designs.
Das Problem aber besteht darin, etwas wahrlich Einfaches zu kreieren und dabei nicht die im weiten Feld der zeitgenössischen Industrieproduktion bereits existierenden Formen zu wiederholen. Pauline hat genau das erreicht: Sie hat eine Objektfamilie aus Stahldraht geschaffen, die nicht nur originell ist, sondern auch einen viel versprechenden frischen Wind mit sich bringt. Hut ab! A. A
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Istanze Alessi
Istanze Alessi
Istanze Alessi

Naoto Fukasawa

„Shiba“: ein Paradigma für den Küchenalltag. Naoto scheint ein ziemlich guter Amateurkoch zu sein. Ihm liegt daran zu betonen, dass „die japanische Küche in den vergangenen Jahren dank ihrer gesunden Eigenschaften, ihrer subtilen Aromen, ihrer Vielfalt und Schlichtheit weltweite ...

Naoto Fukasawa

„Shiba“: ein Paradigma für den Küchenalltag. Naoto scheint ein ziemlich guter Amateurkoch zu sein. Ihm liegt daran zu betonen, dass „die japanische Küche in den vergangenen Jahren dank ihrer gesunden Eigenschaften, ihrer subtilen Aromen, ihrer Vielfalt und Schlichtheit weltweite Anerkennung erfahren hat. All diese Aspekte, finden sich auch im immer beliebteren Trend des Fusion Food wieder. Diese Kochart ist u.a. auch dafür bekannt, dass sie die besondere Beschaffenheit jeder einzelnen Zutat bewahrt was als Kunstform an sich betrachtet werden kann.
In seiner Absicht, ein wahrlich neues Paradigma für den Küchenalltag zu schaffen, hat Naoto Fukasawa seine Serie „Shiba“ genannt: „Shiba ist die beliebteste Hunderasse Japans, die auch als die intelligenteste gilt. Dieses Bild scheint mir den größten Symbolwert für unsere neue Topf- und Pfannenkollektion zu haben.
Mit dieser Produktfamilie wollte ich Utensilien bereitstellen, die sich über Jahre benutzen und in der eigenen Kultur verwurzeln lassen, die repariert statt weggeworfen werden und deren Spuren der Zeit, der eigenen Gewohnheiten und all der verschiedenen kulinarischen Abenteuer glückliche Erinnerungen wecken.“ Im Kern dieses Projekts steht die Erkenntnis, dass wir uns heutzutage beim täglichen Kochen auf eine äußerst begrenzte Anzahl von Töpfen und Pfannen beschränken, im Vergleich zur traditionellen Bandbreite von Küchenutensilien.
Auch Fukasawa hat seine Entwürfe mit der ihm eigenen minimalistischen Strenge auf strikte Notwendigkeiten reduziert. Die finalen Produkte sind für eine vierköpfige Familie gedacht und lassen sich gegebenenfalls auch auf ein paar Gäste ausweiten. Ihre scheinbar so bescheidene Form birgt eine bis ins Kleinste durchdachte Recherche, wie ihr expressiver Purismus vermuten lässt. Als Beigabe zu diesem Projekt hat Naoto einige persönliche japanische Rezepte zur Verfügung gestellt, ich selbst habe-eigene traditionelle Familienrezepte ergänzt. A. A
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Istanze Alessi
Istanze Alessi
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Bouroullec

Ovale”: Ein Tischservice pas trop sucré. Ronan beschrieb ihr Projekt wie folgt: „Die Kollektion ‚Ovale‛ sollte zugleich originell und rustikal sein. Wir suchten daher nach dezenten Ausdrucksmöglichkeiten. Das Ergebnis ist dieses Tischservice ideal für das tägliche Leben, ob nun fürs Frühstück oder Mittagessen ...

Bouroullec

Ovale”: Ein Tischservice pas trop sucré. Ronan beschrieb ihr Projekt wie folgt: „Die Kollektion ‚Ovale‛ sollte zugleich originell und rustikal sein. Wir suchten daher nach dezenten Ausdrucksmöglichkeiten. Das Ergebnis ist dieses Tischservice ideal für das tägliche Leben, ob nun fürs Frühstück oder Mittagessen. Es ist bewusst einfach und schlicht gehalten.“ Der Designer fand auch im Zusammenhang mit Alessi einen Vergleich, der mir sehr gefällt: „Für mich hat Alessi Ähnlichkeit mit der Fabrik in Tim Burtons Film ‚Charlie und die Schokoladenfabrik’: Alessi ist ebenso außergewöhnlich wie dieses Paradies aus Süßigkeiten.
Sagen wir es so: Wir versuchten eine Balance zu finden. Unser Service sollte pas trop sucré sein nicht zu süß. Dezent.“ Dezent, zurückhaltend, einfach, beinahe neoprimitiv kurzum pas trop sucré! Für die beiden bretonischen Brüder ist das Tischservice „Ovale“ die erste Zusammenarbeit mit Alessi.
Ich bin den beiden äußerst dankbar. Nicht nur für dieses schöne Projekt, das so wundervoll zurückhaltend ist und sicherlich bald zu den Highlights unseres Katalogs gehören wird. Nein, auch für den schönen Ausdruck, den sie für uns geprägt haben: „Producteur de Sucrerie“, „Hersteller von Süßwaren“. Das ehrt mich genauso wie damals, als Philippe Stark Alessi als einen „marchant de bonheur“, einen „Händler des Glücks“ bezeichnete. A.A.
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Istanze Alessi
Istanze Alessi
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Carlo Alessi + UTA

Memories from the future“: Eine Neuauflage von Alessis Tee und Kaffeegeschirr sowie Accessoires für Bar und Kü- che aus den 20er, 30er und 40er Jahren. Schon seit geraumer Zeit denke ich über eine Neuauflage einiger legendärer Alessi-Produkte aus den 20er, 30er und 40er Jahren nach. ...

Carlo Alessi + UTA

Memories from the future“: Eine Neuauflage von Alessis Tee und Kaffeegeschirr sowie Accessoires für Bar und Kü- che aus den 20er, 30er und 40er Jahren. Schon seit geraumer Zeit denke ich über eine Neuauflage einiger legendärer Alessi-Produkte aus den 20er, 30er und 40er Jahren nach. Privat verbinde ich viele von ihnen mit meiner Kindheit. Seit ich denken kann, begegnen sie mir in meinem Elternhaus: Mal der Weinkühler mit runden Griffen aus versilbertem Messing, der den Weißwein kühlt.
Mal das Teeservice „Bombé“, mit dem man den Gästen Tee serviert. Dann dieses seltsame Ding, das in den Katalogen immer als „Likörfläschchen“ bezeichnet wird und aussieht, als wäre es einem Gemälde Deperos entsprungen. Oder die Tortenplatte aus Alpaka (Neusilber) und Glas aus den 20er Jahren eine Sonderanfertigung für einen Schweizer Kunden, -die ich glücklicherweise in einem Laden in Genf wiedergefunden habe. Beruflich, also als Design-Manager, hat mich schon immer die „Normalität“ dieser häuslichen Gegenstände beeindruckt.
Sie waren in dem Sinne „normal“, dass sie bei uns zu Hause zum täglichen Leben gehörten. Sie waren aber gewissermaßen noch Teil einer anderen Zeit, bzw. einer anderen Konsumgesellschaft, die schon bald der Vergangenheit angehören sollte: Diese Zeit würde ich als „Pre-Design“ bezeichnen eine Zeit, als das Phänomen „Design“ als solches noch nicht überall Einzug gehalten hatte.
Sicherlich waren auch damals die Gegenstände in gewisser Hinsicht entworfen, also designt: etwa von meinem Vater (Carlo Alessi) oder von einem der Verantwortlichen aus unserem technischen Büro, dem U.T.A., vielleicht auch mit Unterstützung eines wichtigen Geschäftsmanns. Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen den damaligen Gegenständen und den heutigen Design-Objekten: Damals waren die Gegenstände nicht Teil einer Design-Kultur, sondern mussten strengen Regeln in Bezug auf ihre Funktionalität, Vorschriftsmäßigkeit und die Produktionskosten gerecht werden.
Wenn ich heute eine Küchendose aussuchen sollte, glaube ich, würde ich mich unter all den hochwertigen Küchendosen aus unserem Katalog wahrscheinlich ausgerechnet für die Küchendose UTA1383 aus dem Jahr 1936 entscheiden also für diejenige, die ich aus der Küche meiner Mutter kenne. Und das nicht nur aus sentimentalen Gründen: Manchmal empfinde ich die heutigen Produkte einfach als „zu designt“.
In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen waren Produkte noch schnörkellos und wurden weniger glorifiziert. Beim derzeitigen Design jedoch vermisse ich oft diesen Verzicht auf Schnick-Schnack und Epiphanisierung. Heute sind das Qualitäten, nach denen man bei aktuellen Produkten suchen muss.
Nun werden diese „alten” Produkte wieder hoch geschätzt, wodurch sie erneut Teil der heute schier unbegrenzten Welt der Konsumgüter werden. Beim Essen ist es ja ähnlich: Manchmal ziehen wir ein gutes selbstgemachtes, traditionelles Gericht der modernen Küche an der wir uns ohnehin schon satt gegessen haben vor. A. A
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Istanze Alessi
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Campana

Peneira“: Einfache Materialien und ungewöhnliche Entwürfe. „Peneira“, die neue Kollektion von Körben, stammt von den Cam- pana-Brüdern. Die Körbe sind, wie für dieses brasilianische Design-Duo üblich, aus einfachsten Materialien, erhalten aber durch die raffinierte Kombination der Werkstoffe einen edlen Touch. ...

Campana

Peneira“: Einfache Materialien und ungewöhnliche Entwürfe. „Peneira“, die neue Kollektion von Körben, stammt von den Cam- pana-Brüdern. Die Körbe sind, wie für dieses brasilianische Design-Duo üblich, aus einfachsten Materialien, erhalten aber durch die raffinierte Kombination der Werkstoffe einen edlen Touch.
Dank des mehrschichtigen Drahtnetzes aus weichfließenden Edelstahl erscheinen die Körbe fast transparent, gleichzeitig verleihen ihnen die Naturfasern am Rand eine gewisse Leichtigkeit. Bei dem Projekt der Campana-Brüder wurde der robuste Edelstahl geschickt zu einer Serie von hauchdünnen, zart anmutenden Körben verarbeitet. „Wir nannten diese Kollektion ‚Peneira‛. Peneira bedeutet auf Portugiesisch ‚Sieb‛ und ist ein Werkzeug, das von den brasilianischen Indianern häufig genutzt wird.
Der Kollektion wohnt trotz des Übergangs vom handgemachten Prototyp zur industriellen Fertigung noch immer die Originalität unseres Schaffens inne, wodurch ein interessanter Mix aus der Handwerkskunst unseres Designs und dem technischen Knowhow von Alessi entstanden ist.“ A. A
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Alessandro Mendini

„Moka Alessi“: Der Versuch des Neu-Designs eines typisch italienischen häuslichen Gegenstands. Dieses Projekt ist eine Hommage an Alfonso Bialetti, meinem Großvater mütterlicherseits. Er entwarf in den 1930er Jahren die beliebte italienische Espressokanne Moka Express ...

Alessandro Mendini

„Moka Alessi“: Der Versuch des Neu-Designs eines typisch italienischen häuslichen Gegenstands. Dieses Projekt ist eine Hommage an Alfonso Bialetti, meinem Großvater mütterlicherseits. Er entwarf in den 1930er Jahren die beliebte italienische Espressokanne Moka Express. Aber er erfand sie nicht nur, er war auch der erste, der sie produzierte. Die achteckige Espressokanne aus Gussaluminium, deren Form von Futurismus und Art Déco inspiriert ist, wurde zum Inbegriff der Espressokanne und brachte meinem Großvater als Designer unvergänglichen Ruhm ein Ruhm, den er vielleicht nicht einmal anstrebte. Mein Großvater war einer der vielen genialen Handwerker, für die unser Land so bekannt ist.
In seiner Jugend lebte er lange in Paris, wo er die Technik des Kokillengusses erlernte. Anschließend kehrte er nach Crusinallo zurück, das in einem Tal zwischen dem Ortasee und dem Lago Maggiore liegt, und gründete dort eine mit nur für Leichtmetallguss. Obwohl er die Moka bereits 1931 erfunden hatte, führte er die Werkstatt noch bis in die 50er Jahre Werkstatt mit mäßigem Erfolg, da ihm der nötige Geschäftssinn fehlte, um aus der Moka ein Erfolgsprodukt zu machen. Vielleicht war auch einfach die Zeit noch nicht reif. Fakt ist, dass die Produktion der Espressokanne mehr oder weniger vor sich hindümpelte, bis sein Sohn Renato 1945 aus der deutschen Gefangenschaft zurückkehrte.
Der erkannte sofort das Potential der Moka und begann sie mit Hilfe seines Marketingtalents national wie auch international zu vermarkten. So wurde aus der kleinen Werkstatt der weltweit größte Hersteller dieser Art von Espressokanne. Ich habe mich oft gefragt, wie es dazu kommen konnte, dass ausgerechnet dieser kleine häusliche Gegenstand zu einer Ikone des italienischen Protodesigns und zu einem Aushängeschild für „Made in Italy“ wurde. Im Grunde genommen beruht der Erfolg auf mehreren sozioökonomischen Faktoren: auf innovativer Funktionalität: Zum einen gelang der Espresso mit der Moka besser als mit dem kleinen Kochtopf, mit dem er vorher in Norditalien zubereitet wurde. Zum anderen war die Moka auch viel schneller als die neapolitanische Espressokannen, die caffettiera napoletana, die vor allem in Mittel und Süditalien verwendet wurde.
Darüber hinaus war die Moka auch am praktischsten; auf dem großen Einfluss der Werbung: Die Moka war eines der ersten Konsumgüter, das bereits zu Zeiten des italienischen Wirtschaftswunders intensiv, unter anderem auch im Fernsehen, beworben wurde; und schlussendlich auch auf dem Preis: Die Moka war sehr erschwinglich, wodurch sie allen Schichten der Gesellschaft zugänglich war. Tatsache ist, dass sich die Moka tief in das kollektive Gedächtnis (nicht nur) der Italiener eingeprägt hat. Sie hat einem sehr vertrauten, alltäglichen häuslichen Ritual ein Gesicht verliehen. Das brodelnde, blubbernde Aufbrüh-Geräusch des Espressos ist mittlerweile Teil der kollektiven Vorstellungswelt geworden und auch heute trotz der großen Auswahl an neuen elektrischen Espressomaschinen, ob nun mit Pads oder Kapseln, ist die Moka allen Moden zum Trotz noch immer Marktführer.
Im Gegensatz zu Bialetti, dem Unternehmen meines Großvaters, hat Alessi jedoch seit seinen Anfängen einen ganz anderen Weg eingeschlagen. -Während Bialetti heute ein Unternehmen ist, das sich auf ein Produkt beschränkt, das es in industrieller Massenproduktion fertigt und zu sehr erschwinglichen Preisen verkauft, definiert sich Alessi durch einen breiten Produktkatalog, der eine Vielzahl von Produkten enthält, die sich in ihrer Art, ihrem Stil und ihrem Design mitunter sehr unterscheiden und sich an eine kleine, gehobene Zielgruppe richten. Im Laufe unserer Geschichte haben wir uns schon mehrmals an die Espressokanne herangewagt mit Projekten von großen Designern wie Richard Sapper, Aldo Rossi, Michael Graves, King-Kong, Piero Lissoni oder Wiel Arets, die auf das obere Segment des Marktes abzielten.
Diesmal bat ich Alessandro Mendini, mit dem ich mich schon seit mittlerweile über 20 Jahren zu diesem Thema austausche, eine neue Espressokanne zu entwerfen. Er sollte dabei in die Rolle des Großvaters schlüpfen und die geniale Erfindung von einst unter vorsichtigem Einbezug des zeitgenössischen Designs neu interpretieren. Das Besondere: Der Preis sollte erschwinglich sein, erstaunlich erschwinglich für ein Alessi Produkt. A. A
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Istanze Alessi
Istanze Alessi

Anna Gili

Jungle“: Neue Figuren aus Edelstahl. Eine neue Kollektion von Metallfiguren diesmal lasergeschnitten, gefaltet und geprägt. Anna erzählt: In der Arche konnte Zaffrà, die Giraffe, dank ihres langen Halses eines Tages das Ende der Sintflut verkünden....

Anna Gili

Jungle“: Neue Figuren aus Edelstahl. Eine neue Kollektion von Metallfiguren diesmal lasergeschnitten, gefaltet und geprägt. Anna erzählt: In der Arche konnte Zaffrà, die Giraffe, dank ihres langen Halses eines Tages das Ende der Sintflut verkünden. Nach all der Zeit, die sie mit den anderen Tieren auf so engem Raum eingepfercht war, beschloss sie auch wenn die Arche sehr gastfreundlich gewesen war in die Savanne zurückzukehren, wo sie frei herumlaufen und nach Belieben die Blätter der Bäume fressen konnte. In ihrer Heimat regnete es nie und es gab diese schier endlose, wenn auch gefährliche Weite.
Die wiedergewonnene Freiheit, das Laufen, fühlte sich so anders an als das Eingeschlossensein mit all den anderen Tieren auf der Arche. Jetzt, wo sie die Arche verlassen hatte, musste sie all die verpassten, fast schon vergessenen Bewegungen nachholen. Sie hatte sich so klein gefühlt, immer in derselben Stellung sitzend, die Beine wie ein Blatt Papier gefaltet. Dank ihres langen Halses konnte sie wenigstens nach draußen schauen. So sah sie, wie die Flut die Bäume und Tiere, die nicht mit auf die Arche gebeten worden waren, mit sich fortriss. Aber wie sollte sie allein zur Savanne finden ohne sich zu verlaufen? Wie sollte sie den Gefahren trotzen? Sie beschloss, auch den Elefanten Fantel und den Schimpansen Gorì mitzunehmen.
Der Elefant könnte sie verteidigen, der Schimpanse könnte ihr mit seiner Klugheit helfen und sie könnte mit ihrem langen Hals die Gefahren schon aus der Ferne sichten. So machten sie sich auf den Weg. Sie legten große Strecken zurück und passierten viele Städte. Gorì, der Schimpanse, saß dabei bequem auf Fantel, dem Elefanten, der aufgrund seiner Größe selbstbewusst die Straßen entlanglief. Es waren Straßen voller seltsamer Gefährte, die trotz ihrer geringeren Größe viel schneller als sie unterwegs waren. Als sie bereits eine lange Strecke zurückgelegt hatten, stellten sie fest, dass sie zu einem Ort gelangt waren, der ihrer Heimat sehr ähnlich war, und sie sahen auch andere Tiere ihrer Art, die jedoch alle sehr traurig und abgemagert aussahen. Der Schimpanse konnte sich nicht zurückhalten und fragte, warum alle so traurig seien.
Die anderen antworteten nicht. Es fehlte ihnen die nötige Energie und sie dachten, dass auch die Neuankömmlinge im Zoo bald keine so blöden Fragen mehr stellen würden. Doch dann bemerkte Zaffrà dank ihres langen Halses die Käfige und wusste sofort, dass sie noch nicht in der Savanne waren und so machten es die Drei wie auf der Arche: Sie machten sich so klein wie möglich und verharrten regungslos. Auf diese Weise wirkten sie wie Nippes und entkamen den Wachen im Zoo. Danach nahmen sie ihre Wanderung wieder auf und achteten fortan darauf, alle überfüllten Straßen zu meiden, denn sie wussten, dass sie nie mehr in eine Stadt gehen durften.
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Istanze Alessi
Istanze Alessi

Anna Étoile

Anna Étoile“: sieben „Anna G.“ Korkenzieher, festlich geschmückt. Der Korkenzieher „Anna G.“ stammt aus dem Jahr 1994. Seit damals ist die Diva unter den Korkenziehern einer von Alessis Bestsellern und im Laufe der Zeit in vielen verschieden Farben ...

Anna Étoile

Anna Étoile“: sieben „Anna G.“ Korkenzieher, festlich geschmückt. Der Korkenzieher „Anna G.“ stammt aus dem Jahr 1994. Seit damals ist die Diva unter den Korkenziehern einer von Alessis Bestsellern und im Laufe der Zeit in vielen verschieden Farben, aus Kunststoff und Zamak sowie in vielen verschiedenen Auflagen und Sonderanfertigungen erschienen. Es gibt Anna G. verkleinert als Miniatur, aber auch vergrößert als monumentale Skulptur vor unserer Fabrik und auf verschiedenen Plätzen. „Anna G.” blickt auf eine lange, bewegte Geschichte zurück: mal war sie Trophäe, dann im Jahr 2000 schlüpfte sie in der berühmten Werbung von Lowe Lintas Pirella Göttsche in die Rolle einer modernen Marilyn.
Heute nach einem „Extremstyling“ ist Anna G., die sich nun Anna Etoile nennt, eine kleine, wertvolle Ballerina aus einer Goldschmiede in Valenza Po. Wunderschöne Edelsteine und verschiedene Emaille-Varianten lassen dabei Gesicht und Körper der sieben Ballerina-Figuren elegant und effektvoll erstrahlen. Im Mittelpunkt der sieben kleinen Figuren steht eine Primaballerina mit großem Diadem und einem Diamantencollier.
Diese sieben wertvollen Ballerinen, die wie kleine Statuen stehen können, sind voll funktionsfähig. Trotzdem sollten sie mit einer gewissen Rücksicht behandelt werden. A. M.
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Istanze Alessi
Istanze Alessi
Istanze Alessi

Disco Cesellato

Disco Cesellato“, „Asta Barocca“ und „Anna Gong“: die unendliche Verführung der Schnörkel. Diese legendären, barocken Objekte aus Alessis Edelstahlserie aus dem Jahr 1944 waren aufgrund ihrer etwas kitschigen Anmutung schon immer sehr begehrt. ...

Disco Cesellato

Disco Cesellato“, „Asta Barocca“ und „Anna Gong“: die unendliche Verführung der Schnörkel. Diese legendären, barocken Objekte aus Alessis Edelstahlserie aus dem Jahr 1944 waren aufgrund ihrer etwas kitschigen Anmutung schon immer sehr begehrt.
Damals weckten ihre Formgebung (insbesondere die Griffe der Tabletts, die Gravuren und Kanten) wie auch ihre ziselierte Oberfläche Erinnerungen an das 18. Jahrhundert. Auch die drei neuen Projekte sollen nun diese besondere Formgebung und Oberflächenbeschaffenheit wieder aufgreifen.
Bei dem Besteckset „Asta”, bei dem die Funktionalität von Löffel, Gabel und Messer unberührt blieb, veränderten sich die Griffe: Sie wurden flacher und ihre Oberfläche mit barocken Verzierungen versehen. Die Tabletts mit ihren sehr reduzierten Formen wurden mit Spiralen und Schnörkeln fein ziseliert. Die Tortenplatte schließlich ist von der „Mercurio“ aus dem Jahr 1966 inspiriert.
Sie hat einen höchst interessanten Mechanismus: Drei Servierplatten lassen sich auf zwei Ebenen öffnen und schließen, wodurch die etwas eigenwillige, aber doch sehr zarte Form auf humorvolle Weise an ein weibliches Gesicht erinnert.
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Istanze Alessi
Istanze Alessi
Istanze Alessi

Miriorama

Miriorama“: Eine Wiederkehr der Arte moltiplicata. Es ist nicht Kunst, es ist nicht Design es ist Miriorama. Miriorama setzt sich aus den griechischen Wörtern orao (sehen) und myrio (eine unbestimmte Anzahl) zusammen und steht für „unendliche Visionen“. ...

Miriorama

Miriorama“: Eine Wiederkehr der Arte moltiplicata. Es ist nicht Kunst, es ist nicht Design es ist Miriorama. Miriorama setzt sich aus den griechischen Wörtern orao (sehen) und myrio (eine unbestimmte Anzahl) zusammen und steht für „unendliche Visionen“. Die Gruppo T (T steht für Tempo Zeit) wurde 1959 von Giovanni Anceschi, Davide Boriani, Gianni Colombo und Gabriele Devecchi ins Leben gerufen, denen sich einen Monat später auch Grazia Varisco anschloss. Die Gruppe bezeichnete mit Miriorama alle geistigen und materiellen Produkte der Gruppo T programmatische Deklarationen, Manifeste, Ausstellungen, Räume und Werke also.
Im Jahr 1960 präsentierte die Gruppo T im Showroom von Bruno Danese in Mailand eine Auflage von zehn nummerierten und signierten Oggetti Miriorama: „Abstract video“ von Giovanni Anceschi, „Giradischi“ ottico-magnetico von Davide Boriani, „Rotoplastik“ von Gianni Colombo, „Miramondo“ von Gabriele Devecchi und „Sferisterio semidoppio“ von Grazia Varisco. In der Zeitschrift „Domus” schreibt Rezensent Bruno Munari: -„Vor ein paar Monaten stellten diese jungen Künstler in der Mailänder Gallerie Danese eine Reihe neuer Objekte aus, limitiert auf 10 Exemplare. Mittlerweile ist es wohl im Gegensatz zu früher nicht mehr wichtig, dass es sich um Unikate handelt.“ Heute, 50 Jahre später, beschloss Alberto Alessi, dieses wunderbare Projekt der „Kunst für alle“ zu vollenden.
In diesem Fall handelt es sich jedoch nicht um Kunst, die einfach vervielfältigt wurde, wie bei einem Kupferstich, sondern um Kunst, die von vornherein in vielen Exemplaren gefertigt wurde. Das ist definitiv ein Qualitätssprung: -Kunst verlässt die Galerien, um sich über bis dato noch unvermutete Absatzwege zu verbreiten. So zirkuliert das Kunstwerk, das all seine Merkmale in Bezug auf seine Ästhetik bewahrt, als Designobjekt unter all den Designobjekten.
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Istanze Alessi
Istanze Alessi
Istanze Alessi
Istanze Alessi
Istanze Alessi

The Unforbidden City

The (Un)Forbidden City 2011. A Tablescape of Domestic Possibilities.
Vielleicht gibt es gar keinen so großen Unterschied zwischen dem Machen (im Sinne von Produzieren, d.h. dem Realisieren einer Idee) und dem Entwerfen (im Sinne von Denken ...

The Unforbidden City

The (Un)Forbidden City 2011. A Tablescape of Domestic Possibilities.
Vielleicht gibt es gar keinen so großen Unterschied zwischen dem Machen (im Sinne von Produzieren, d.h. dem Realisieren einer Idee) und dem Entwerfen (im Sinne von Denken, d.h. dem Konzipieren einer Form)? Ist es nicht vielmehr so, dass beide derjenige, der macht, und derjenige, der entwirft zugleich eine geistige und eine produktive Tätigkeit ausüben?
Was ist der Unterschied zwischen materiellem und geistigem Schaffen? Falls es einen gibt, wo liegt er? Ist es denn überhaupt noch zulässig, diese beiden Formen menschlichen Schaffens so rigoros zu trennen? Das Projekt „The (Un)Forbidden City 2010“ versucht nun, einen Beitrag zu diesen Fragen zu leisten, die für italienische Designschmieden derzeit immer zentraler werden. A. A.

„Designed in China, Made in Italy“.
Welch wundervolle Idee von Alberto! Das Projekt befasst sich nicht nur mit Chinas Vergangenheit, es könnte genauso gut ein Diskurs über die Gegenwart und eine Brutstätte von Ideen für die Zukunft sein. Wir sind nun in der Welt der MikroArchitektur, der „Tablescape“ –einer Welt voll kleiner häuslicher Gegenstände und viel mehr.
Den Ausgangspunkt bilden acht Projekte von acht chinesischen Architekten, die sich auf einen sehr gebräuchlichen häuslichen Gegenstand konzentrieren: das Tablett. Das Projekt könnte für uns die perfekte Gelegenheit sein, um der Welt des Schaffens auf den Grund zu gehen und gleichzeitig unseren architektonischen Standpunkt beim Design von relativ kleinen Objekten anstatt, wie sonst üblich, bei der Planung urbaner Landschaften zum Ausdruck zu bringen: Heute ist ein Tablett die Bühne für unsere Architektur.
Wir hoffen, dass das Projekt mit der richtigen Dosis „China“ Objekte für den täglichen Gebrauch hervorbringt und nicht Objekte, die man nur aus einer gewissen Distanz bewundert. Wir wissen wohl, wie wichtig die Gestaltung der Räume, in denen wir leben, ist. Wir, die wir im 21. Jahrhundert leben und Chaos und Ungewissheit als Lebensstil akzeptieren.
Gary Chang
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Istanze Alessi

Alessi in Wonderland

Alberto Alessis Besuch des „Grid“, einer Veranstaltung, die von sechs jungen Designern aus Eindhoven organisiert und gestaltet wurde, ließ ihn entdecken, wie diese vorhandene Gegenstände und Möbel in überraschende neue Objekte verwandelten, woraufhin er die Designer zu Alessi nach Crusinallo einlud...

Alessi in Wonderland

Alberto Alessis Besuch des „Grid“, einer Veranstaltung, die von sechs jungen Designern aus Eindhoven organisiert und gestaltet wurde, ließ ihn entdecken, wie diese vorhandene Gegenstände und Möbel in überraschende neue Objekte verwandelten, woraufhin er die Designer zu Alessi nach Crusinallo einlud, um ihnen dort Gelegenheit zu geben, ihre Methode auf bereits bestehende Formen, Produkte und Fertigungsverfahren von Alessi anzuwenden.
Jeder der Designer beschäftigte sich auf seine ganz eigene Art und Weise mit den Objekten und Fertigungsverfahren im Werk von Alessi und entwickelte so zahlreiche Ideen, Konzepte und Gestaltungsmöglichkeiten.
Eine Auswahl dieser Kreationen ist in der Installation „Alessi in Wonderland“ zu sehen. Durch Schlüsselund Gucklöcher in den Wänden können Besucher einen Blick auf die Objekte erhaschen. Eingebettet in ein mysteriöses Wunderland, reflektieren sie auf lebhafte Weise Träume und Fantasien mit spiegelndem Edelstahl.
www.alessiinwonderland.com
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Istanze Alessi
Istanze Alessi
                                 
Der Gedanke Seit Beginn der 80er Jahre erarbeitet das Unternehmen Alessi Organigramme und theoretische Bezugssysteme für seine immer präziser und programmatischer werdenden Strategien. Eine Reihe, oftmals begleitend zu Ausstellungen erschienener Bücher gibt den experimentellen und thematischen Ansätzen Raum, die wiederum mit den Veränderungen von Genres und Einstellungen einhergehen. ...

Der Gedanke

Seit Beginn der 80er Jahre erarbeitet das Unternehmen Alessi Organigramme und theoretische Bezugssysteme für seine immer präziser und programmatischer werdenden Strategien. Eine Reihe, oftmals begleitend zu Ausstellungen erschienener Bücher gibt den experimentellen und thematischen Ansätzen Raum, die wiederum mit den Veränderungen von Genres und Einstellungen einhergehen.
Dem ersten Buch und der Ausstellung „Paesaggio Casalingo“ (1979) und dem Projekt „Tea & Coffee Piazza“ (1983) folgte 20 Jahre später das analoge Projekt „Tea & Coffee Towers“, danach „La Cintura di Orione“ (1987), „Officina Alessi“ (1989), die Vasen aus „La Fabbrica Estetica“ (1992), F.F.F. – Family Follows Fiction (1993), „OrienTales“ (2008) usw.; sowie die Video-Designinterviews mit den Meistern von Alessi. Der „Alessi-Stil“ drückt sich mit all seinen Kultobjekten und Variationen im Wandel der Zeit und der Konsumgewohnheiten auch in der Werbung aus, im Studienzentrum und Museum von Alessi, in der Kommunikation und der Inszenierung der eigenen Geschäfte und Schaufenster.
Diese komplexe, parallel laufende Entwicklung ist wesentlich für das Entwerfen von Objekten: Sie gründet auf einer präzisen theoretischen Strategie, die experimentelle Intuition und angewandte Forschung zu realen Produkten von kommunikativer Kraft zusammenführt.
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CHIARA ALESSI

"Oggetti e Progetti" war für uns von Anfang an ein Katalogbuch. Ein seltsames Zwischending, das zwei unterschiedliche Qualitäten in sich vereint: das Theoretisch-Narrative eines Buchs und das Illustrative eines Katalogs. Von einem Buch hat „Oggetti e Progetti“ das Absolute, die zeitliche und geographische Freiheit, seine grafische Gestaltung und den unabhängigen Vertrieb. Gleichzeitig ist „Oggetti e Progetti“ aber auch ein Katalog: mit Bildern und Texten, die teilweise aus dem gigantischen Repertoire stammen, das Alessi über die Jahre geschaffen hat, teilweise aber eigens geschaffen wurden, um in zukünftige Kommunikationsmittel einzufließen.
Kataloge wurden früher als „Enzyklopädien“ bezeichnet. Nicht ganz zu Unrecht schließlich mag der Begriff Enzyklopädie zwar einen edleren Klang haben, beide Begriffe haben aber etwas gemein: Sie bezeichnen eine möglichst vollständige, umfassende Darstellung der Gegenwart durch ihre Produkte. „Oggetti e Progetti“ entstand als Begleitwerk zur gleichnamigen Ausstellung, die Die Neue Sammlung – The International Design Museum Munich ab Mai 2010 in München präsentieren wird.
In gewisser Hinsicht könnte man sagen, dass das Katalogbuch größtenteils auch dank des Beitrags von Italo Lupi über eine bloße Beschreibung der Ausstellung hinausgeht und zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem poetischen Kern der Ausstellung geworden ist. Die Entscheidung, das Katalogbuch nicht zu sehr mit Texten zu „belasten“, ist nicht nur ein unvermeidlicher Kompromiss angesichts einer derart starken und umfassenden Bildsprache, sondern verhilft dem Buch auch zu einer gewissen Zeitlosigkeit.
Im Rahmen der Ausstellung sollten mit Bezug auf Alessis Gegenwart Hypothesen für ein Design der Zukunft erarbeitet werden. Ziel des Buches war es hingegen, in seinen „neuen Instanzen“ die unvermeidliche Pragmatik, Empirie und Dynamik darzustellen, die heute der Entwicklung neuer Produkte zugrunde liegt. Es sollte gewissermaßen einen Leitweg aufzeigen, der versucht ein Gleichgewicht zwischen Theorie und Praxis herzustellen und sich sowohl mit dem Metaprojekt und den Designern, als auch mit der Produktion, dem Vertrieb und der Kommunikation auseinandersetzt. So wurde aus dem Katalog zu einer Ausstellung ein Buch über ein Unternehmen. Aber was soll ein Buch über ein Unternehmen auch anderes sein als ein Katalog?

GENERAL INFORMATION

Pinakothek der Moderne. Visit the museum
Die Neue Sammlung is one of the four autonomous museums at the Pinakothek der Moderne, presenting permanent and alternating exhibitions on contemporary and historic design items. 

Opening Hours:
Tuesday - Sunday 10am - 6pm / Thursday 10 am - 8pm
Closed on Monday (also 1st May, Christmas Eve, Christmas Day, Boxing Day, Easter Monday and Whit Monday) 

Admission:
Entry to the Shop and Café is free

Ticket (PDM)/ Single Ticket
adults 10,00 €, concessions 7,00 €, sunday 1,00 €
Free for under 12s

Elevators | There are 2 elevators plus a material elevator. The elevators make all galleries and facilities wheelchair accessible.
Folding chairs and wheelchairs | All galleries and facilities are wheelchair accessible. Ten wheelchairs are available at th box office free of charge. Please call in advance to reserve one if you will need a wheelchair during your visit.
Toilets| Toilets are adapted to the needs of the disabled and located close to the checkroom area. Nursing room | Yes
Strollers| Baby strollers are permitted at all times. 
Photography | Please note that no flash photography is permitted . For press or commercial photography enquiries contact press@die-neue-sammlung.de

GETTING HERE
Permanent Exhibition / Special Exhibition Pinakothek der Moderne | Barer Straße 40 | D – 80333 Munich | Tel +49 (0)89 / 2 38 05-360 

Tram 27 (Pinakothek)
2, 8 (Königsplatz or Theresienstraße)
3, 6 (Odeonsplatz or University)
Bus 100 (Museumslinie)
Parking space for handicapped persons gateway Gabelsbergerstrasse.
die-neue-sammlung.de