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HISTORY & DESIGNERS
Italian Design Tradition Since 1921.
Entdecken Sie die Geschichte der italienischen Designschmiede Alessi und der einzigartigen Objekte, die aus der Verschmelzung von Industrie und Design entstehen.
Die Geschichte
Designer collaborations
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1921
DIE MANUFAKTUR FAO
Die erste FAO-Produktion richtet sich noch am Vorbild der zu Beginn des Jahrhunderts führenden Haushaltswarenhersteller aus, vor allem den österreichischen und britischen. Giovanni hegt eine große Leidenschaft für Qualität und gute Arbeit. Seine Produkte aus Kupfer, Messing und Neusilber, die später auch vernickelt, verchromt oder versilbert werden, sind aufgrund ihrer sorgfältigen Ausführung und perfekten Feinbearbeitung bald weithin bekannt. 1932 tritt Giovannis Erstgeborener, Carlo Alessi, noch als ganz junger Mann in die Firma ein. Ab Mitte der 1930er Jahre bis 1945 gestaltet er den Großteil der hergestellten Objekte.
1945
VON DER MANUFAKTUR ZUR INDUSTRIE
Im Laufe der 1950er Jahre setzt sich in der Firma der Edelstahl immer mehr gegen die weicheren Metalle durch, und die Produktion wird von handwerklich auf industriell umgestellt. In diesen Jahren spezialisiert sich ALFRA auf die Herstellung von Objekten für den professionellen Gebrauch (in Hotels, Restaurants, Bars usw.). Carlo Alessi, der Sohn des Gründers, wird zum Generaldirektor. Sein Bruder Ettore, der 1945 bei der Firma begonnen hatte, übernimmt die Verantwortung für das Ufficio Tecnico, und legt stärkere Betonung auf den gestalterischen Aspekt. Unter seiner Leitung werden „Industrietypen“ wie Körbe und Obstkörbe aus Stahldraht kreiert. Unter Ettore öffnet sich das Unternehmen auch für die Zusammenarbeit mit externen Designern: Luigi Massoni, Carlo Mazzeri und Anselmo Vitale.
1970
DER WEG ZUR DESIGNSCHMIEDE
Alberto wird von einer einfachen, aber revolutionären Eingebung getrieben: Die Beziehung zwischen Mensch und Objekt beruht nicht allein auf Funktionalität. Unsere Beziehung zu den Dingen, die wir nutzen, hängt auch von anderen Bedürfnissen ab, die ebenso wichtig sind: Poesie, Emotion, Vermittlung der eigenen Identität, der eigenen Werte usw. Die Fachleute – sprich: Designer – sind in der Lage, Objekte zu kreieren, die nicht nur funktional sind, sondern auch mit der Fantasie des Publikums arbeiten. Alberto Alessi beschreibt seine Karriere als eine Abfolge von Begegnungen, die es ihm erlaubt haben, seine anfängliche Eingebung zu vertiefen und auf unterschiedliche Arten durchzuspielen. Diese Begegnungen – mit Franco Sargiani, Ettore Sottsass, Richard Sapper, Achille Castiglioni, Alessandro Mendini, Aldo Rossi, Michael Graves und Philippe Starck – tragen in den 1970er und 80er Jahren dazu bei, die Firma nach Albertos Vorstellungen in eine Designschmiede umzuwandeln
1980
DIE POSTMODERNE PHASE
Mit „Tea & Coffee Piazza“, einem experimentellen Vorstoß in die Welt der internationalen Architektur, hofft Alessi auf neue Talente, die dem Design von Haushaltsobjekten eine innovative Wendung geben können. Das Projekt erweist sich beim Publikum und auch den Kritikern als beachtlicher Erfolg und festigt Alessis Position unter den italienischen Designschmieden. Darüber hinaus führt es zur Entdeckung von zwei neuen, großartigen Designern: Aldo Rossi und Michael Graves.
1990
DAS CENTRO STUDI ALESSI
Das CSA verfolgt eine doppelte Absicht: einerseits die Ausarbeitung theoretischer Beiträge zu objektbezogenen Themen, andererseits die Koordination der Arbeit, die Alberto Alessi mit jungen Designern aufnehmen will. Ein Jahrzehnt lang setzt das CSA unter der Leitung von Laura Polinoro seine Vorhaben hauptsächlich über die Organisation von Design-Workshops und Seminaren um, die in Zusammenarbeit mit Universitäten und Schulen, aber auch mit Gruppen von Designern durchgeführt werden.
Eine weitere wichtige Entscheidung, die dieses Jahrzehnt charakterisiert, betrifft die Verwendung weiterer Materialien neben Stahl. Das Unternehmen öffnet sich für Kunststoff, Holz (1989 mit der Marke Twergi), Glas, Porzellan und Keramik (1992 mit der Marke Tendentse und dem Vasenprojekt „100% Make up“).
2000
DIE EKLEKTISCHE PHASE
Die Nullerjahre eröffnen mit „Tea & Coffee Towers“, dem Nachfolger zu „Tea & Coffee Piazza“ aus dem Jahr 1983. Das Projekt läutet eine Reihe neuer Kooperationen ein, aus denen echte Industrieprodukte hervorgehen, wie die von David Chipperfield, Doriana und Massimiliano Fuksas, Toyo Ito, SANAA, Wiel Arets und Jan Kaplický. Die Alessi-Produktion jenes Jahrzehnts spiegelt den „eklektischen“ Charakter wider, der sich bereits in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre mit besonderer Intensität bemerkbar gemacht hatte. Das Unternehmen ist in der Lage, gleichzeitig mit immer neuen Gestaltern zusammenzuarbeiten – Nationalität, Alter, Kultur und Designansatz sind breit gefächert. Diese Vielfalt findet ihren Ausdruck in einer Kollektion von Objekten, die sich nicht nur in puncto Material oder Produkttyp voneinander unterscheiden, sondern vor allem in ihrer gestalterischen Formensprache.
History
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1921
UFFICIO TECNICO ALESSI
Der Ursprung des Ufficio Tecnico Alessi liegt in einer kleinen Handwerkstatt, die Giovanni Alessi gemeinsam mit seinem Bruder im Jahr 1921 eröffnet. In der „Technischen Werkstatt für die Bearbeitung von Messing- und Neusilberplatten, mit Gießerei“ entstehen handwerklich gefertigte Objekte für das Zuhause, die aufgrund ihrer hochwertigen Qualität und sorgfältigen Ausführung schnell bekannt

und geschätzt werden. Bis 1970 wird der Großteil der Alessi-Produkte im Ufficio Tecnico entworfen und entwickelt. Mit dem Beginn der Zusammenarbeit mit externen Designern verlegt sich das Ufficio Tecnico immer mehr von der Gestaltung auf die Entwicklung von Projekten.

„UM DIE GRUNDLAGEN DER MECHANIK ZU ERLERNEN, MUSSTE MAN GENAU DORT ANFANGEN.“ (ETTORE ALESSI)
1932
CARLO ALESSI
Design, so wie wir es heute kennen, beginnt in Alessis Geschichte mit Carlo Alessi, dem Sohn von Unternehmensgründer Giovanni. Der zum Industriedesigner ausgebildete Carlo steigt bereits sehr jung in die Firma ein, wo er im Bereich Design anfängt. Ihm verdankt Alessi den Großteil der Objekte, die bis 1945 produziert wurden. In jenem Jahr präsentiert er sein letztes Projekt: das Tee- und Kaffeeservice „Bombé“ – ein Archetyp

aus der ersten Epoche des italienischen Designs. In den 1950er Jahren übernimmt er die Geschäftsführung seines Vaters und gibt die Produktgestaltung somit gänzlich auf.

„ALS WIR JUNG WAREN, INTERESSIERTEN UNS DIE WERKSTÄTTEN MEHR ALS DAS KINO, DENN AN DER WERKBANK SAHEN WIR, WIE UNSERE IDEEN FORM GEWANNEN ...“ (CARLO ALESSI)
CARLO ALESSI
1945
C. MAZZERI, L. MASSONI, A. VITALE
Im Jahr 1955 beginnt die Zusammenarbeit mit externen Designern. Man will neue gestalterische Möglichkeiten ausloten, die über die bisherigen Produktbereiche des Unternehmens hinausgehen. Die Architekten Carlo Mazzeri und Luigi Massoni – denen sich später Anselmo Vitale anschließt – sollen zum einen die Fabrik erweitern, zum anderen aber auch eine Reihe von Objekten speziell für die Hotelausstattung

entwerfen. Diese Objekte stellen einen kulturellen Wendepunkt dar und bereichern den Horizont der Haushaltswaren um die Konzepte „Design“, „Projekt“ und „Designer“.
1957 werden der Shaker „870“, der Eiseimer „871“ und die Eiszange „505“ für die XI. Mailänder Triennale ausgewählt. Zum ersten Mal erscheinen damit Alessi-Produkte auf einer Ausstellung für industriell produziertes „Design“.

„ALESSI HAT UNS FREIE HAND GELASSEN: WIR KONNTEN ENTWICKELN, WAS WIR WOLLTEN, OHNE UNS UM DIE TÜCKEN DER INDUSTRIELLEN PRODUKTION GEDANKEN MACHEN ZU MÜSSEN. UM DIE TECHNIK WÜRDE SICH SPÄTER DIE FIRMA KÜMMERN.“ (CARLO MAZZERI)
CARLO MAZZERI
1970
FRANCO SARGIANI, EIJA ELANDER
Franco Sargiani und Eija Helander sind 1970 die ersten Designer, mit denen der neu im Unternehmen eingestiegene Alberto Alessi zusammenarbeitet. Diese Kooperation erstreckt sich auf Grafiken, Verpackungen und die Gestaltung von Messeständen ebenso wie auf einen Teil der Büros im Hauptsitz des Unternehmens in Crusinallo di Omegna. Sie entwerfen außerdem das seit 1971 verwendete Alessi-Logo und mit „Programma

8“ eine Objektgruppe für das Servieren am Tisch, die aus zusammensetzbaren, quadratischen und rechteckigen Stahlkomponenten besteht und äußerst komplex in der Herstellung ist.

„DAS GESTALTEN WAR SCHON IMMER MEIN LEBEN, UND DAS, GLAUBE ICH, HABE ICH SCHON SEHR FRÜH FESTGESTELLT. ALS MITTELSTUFENSCHÜLER HABE ICH LIEBER GEZEICHNET ALS DEN LEHRERN ZUGEHÖRT ... (FRANCO SARGIANI)
FRANCO SARGIANI
1970
EXHIBITION DESIGN S. COPPOLA, P. TOVAGLIA, F. GRIGNANI, G. CONFALONIERI E B. MUNARI
In den frühen 1970er Jahren treibt eine Gruppe italienischer Grafiker Recherchen voran, die sich nicht nur auf Grafikdesign beschränken, sondern auch industrielle Produktion mit einbeziehen. Silvio Coppola, Giulio Confalonieri, Franco Grignani, Bruno Munari und Pino Tovaglia entwerfen unter dem Namen Exhibition Design für Alessi eine Kollektion von Körben und Tabletts, die ein Paradebeispiel für die industrielle Anwendung

ihrer Recherchen sind. Die Kollektion zeichnet sich durch radikale neue Linien aus und schlägt damit – im Gegensatz zum Stil der bis dahin von Alessi produzierten Körbe und Tabletts – einen entschieden neuen Weg ein. Herzstück der Serie ist das Tablett „Tiffany“ von Silvio Coppola.

„DIE ZEITEN HABEN SICH GEÄNDERT: DIE GRENZEN DER GRAFIK HABEN SICH – AUF DER SUCHE NACH NEUEN WEGEN DER PLASTISCHEN FORM UND DES DESIGNS – ÜBER DIE VISUELLE KOMMUNIKATION HINAUS GEÖFFNET.“ (PINO TOVAGLIA)
PINO TOVAGLIA
1972
ETTORE SOTTSASS
Die erste Begegnung zwischen Ettore Sottsass und Alberto Alessi geht auf das Jahr 1972 zurück. Ettore ist bereits berühmt durch seine Tätigkeit für Olivetti und so eilt seiner Ankunft bei Alessi Ettore sein Ruf als Guru des radikalen Designs voraus. In gewisser Weise ist er ein faszinierender Philosoph, der zu jedem Thema etwas Interessantes zu sagen hat. Mit ihm beginnt Alberto, die „hohen“ Themen des Designs und

die Rolle der Industrie in der Gesellschaft zu diskutieren.
Eines seiner ersten, für Alessi entworfenen Projekte ist die Menage „5070“: eine Serie kleiner Mikroarchitekturen für den Tisch, die mittlerweile zu den bekanntesten Objekten der Designschmiede gehört.

„ICH ARBEITE AN SO VIELEN UNTERSCHIEDLICHEN DINGEN. ICH MACHE FOTOS, KLEINE ZEICHNUNGEN UND ENORME GEBÄUDE, UND ICH SCHREIBE. SONST WÜRDE SICH MEIN GEIST SICHERLICH LANGWEILEN.“
ETTORE SOTTSASS
1977-78
ALESSANDRO MENDINI
Die Zusammenarbeit mit Alessandro Mendini ist etwas ganz Besonderes. Als Verfasser von „Paesaggio casalingo“ – der ersten Untersuchung zur Geschichte der Alessi-Produktion (1979) – und weiteren Titeln ist Mendini der offizielle Geschichtsschreiber des Unternehmens. Als Designer zeichnet er nach wie vor für Objekte verantwortlich, die sich häufig in den komplexesten und spannendsten Bereichen des Alessi-Sortiments bewegen. Im Gewand des Architekten hat er zwei Erweiterungen der Fabrik in Crusinallo, das Museo Alessi und zahlreiche Ausstellungsarrangements entworfen. Als Design-Manager hat er einige der bedeutendsten Projekte, die von Alessi entwickelt wurden, konzipiert und koordiniert. In seiner Eigenschaft als Berater hat er bereits zahlreiche Designer empfohlen, die mit Alessi erfolgreich zusammenarbeiten.
Sein bekanntestes Design für Alessi ist der Korkenzieher „Anna G.“. Anna G.’s Kultstatus wurde unter anderem in einer Werbeanzeige von Lowe Lintas Pirella Göttsche deutlich: In ihr ist „Anna G.“ als neue Marilyn zu sehen.
„MEINE ARBEIT ÄHNELT WAHRSCHEINLICH MEINEM LEBEN. SIE GLEICHT EINEM LABYRINTH; IST EINE FORTLAUFENDE SUCHE, EIN EWIGES KOMMEN UND GEHEN, EIN ABSCHREITEN DER EIGENEN WEGE. GEWISSERMAßEN IST MEINE ARBEIT EIN ARBEITEN AN EINZELNEN TEILEN FÜR BRUCHSTÜCKHAFTE
ALESSANDRO MENDINI
1977
RICHARD SAPPER
Die Begegnung zwischen Richard Sapper und der Firma Alessi ist einem Rat von Ettore Sottsass zu verdanken: „Das ist der mit der Tizio-Lampe – einer, der noch bei keinem seiner Projekte daneben gelegen hat.“ In seiner Arbeit geht Sapper immer von einem Problem aus, das mit seinem Projekt gelöst werden soll. Wie es die gute Tradition der renommierten Ulmer Schule will („der Designer muss definitionsgemäß die Technik, mit der er arbeitet, sehr gut kennen“), wird für jede Konstruktionsfrage ein Experte hinzugezogen. Aufgrund der vielen, komplizierten konstruktionstechnischen

Details, die seine Projekte oft kennzeichnen, hat Sapper Alessis Techniker bereits mehrfach in lange und heftige Diskussionen verwickelt. Die Ergebnisse sind jedoch immer außergewöhnlich, wie die Espressokanne „9090“, das erste Alessi-Produkt für die Küche, oder der melodiös pfeifende Wasserkocher „9091“, der erste „Designer“-Wasserkocher von Alessi.

“FOR ME, FORM IS THE RESULT OF AN INNER LIFE THAT NEEDS AN OBJECT”
RICHARD SAPPER
1978
RICCARDO DALISI
Als Neapolitaner ist Riccardo Dalisi ein hervorragender Kenner und scharfsinniger Deuter der Kultur Neapels. Die Espressokanne seiner Heimat hat er mit großer Leidenschaft neu interpretiert. Die Recherchen zu „Caffettiera neapolitana“ (1979-1987) waren die längsten in der Geschichte Alessis. In diesen Jahren entstanden ein Buch und mehr als 200 funktionsfähige Prototypen aus Blech. Dalisis Projekt

hat es uns erlaubt, die konzeptuellen Erfahrungen des Handwerks in die industrielle Welt des Unternehmens einfließen zu lassen. Wir haben gelernt, bestehende Sicherheiten zu enthärten – mit einem fragilen und poetischen Gespür, bestens geeignet für die Arbeit mit uralten häuslichen Ritualen.

„MIR GEHT ES UM KURIOSITÄTEN – NICHT UM ABSTRUSITÄT, SONDERN UM EINEN UMSCHWUNG, EINEN ANDERSARTIGEN VERLAUF DER LOGIK.“
RICCARDO DALISI
1982
ACHILLE CASTIGLIONI
Achille Castiglioni war ein großer Meister: Er war außergewöhnlich bescheiden, auf alles neugierig und hatte eine ganz besondere Art der Ironie. Der Designer der ersten von Alessi produzierten Besteckgarnitur „Dry“ war ein Gestalter, der zu Meisterwerken fähig war und einen hervorragenden Draht zum Publikum hatte. Im Dezember 2002 ging er von uns, doch sein einzigartiges Vermächtnis – seine Intelligenz, Demut und Leichtigkeit,

die in seinen Entwürfen und Produkten nach wie vor zu spüren ist – wird überdauern und eine wunderbare Quelle der Inspiration sein.

„ICH WÜNSCHE MIR, DASS DIE DINGE, DIE ICH ENTWERFE, NICHT AN MEINEM SCHRIFTZUG ERKANNT WERDEN, SONDERN AN DER SYMPATHIE, DIE ZWISCHEN DEM BENUTZER UND DEM GESTALTER DES OBJEKTS ENTSTEHT.“
ACHILLE CASTIGLIONI
1983
MICHAEL GRAVES
Seit den 1980er Jahren widmet der Architekt Michael Graves einen beachtlichen Teil seiner Tätigkeit dem Gestalten. 1985 entwirft er für Alessi ein Objekt, das ein Wahrzeichen der Kultur jener Jahre werden sollte: den Wasserkocher „9093“ mit seinem unverwechselbaren Detail, der Pfeife in Form eines kleinen roten Vögelchens. Ausgehend von diesem Objekt erblickte eine umfassende Produktfamilie

das Licht der Welt, welche die Formensprache des „Urexemplars“ widerspiegelt und eine glückliche Verbindung aus europäischer Tradition, Art Déco, amerikanischer Pop Art und Erinnerungen an präkolumbianische Kulturen darstellt.

„IM ALLGEMEINEN WIRD GUTES DESIGN NACH DEM AUSSEHEN BEURTEILT. ES GEHT ABER NICHT NUR DARUM, WIE DESIGN AUSSIEHT, SONDERN AUCH DARUM, WIE ES SICH ANFÜHLT, UND UM SEINEN CHARAKTER – UM DAS GESAMTE PAKET. `{`...`}` “
MICHAEL GRAVES
1983
ALDO ROSSI
Der Architekt und Industrie-Skeptiker Aldo Rossi kommt Ende der 1970er Jahre im Rahmen der Recherchen für „Tea & Coffee Piazza“ mit Alessi in Kontakt. Das Unternehmen gefällt ihm, und so beginnt er, Objekte zum Thema Kaffee zu studieren. Im Laufe der Zeit wird daraus eine Art Besessenheit und es entstehen die unterschiedlichsten Notizen, Skizzen, Fotos, Entwürfe und Projekte.

Für Rossi ist die Espressokanne ein Symbol der einzigartigen dialektischen Beziehung zwischen Architektur (oder besser Urbanistik) und der „häuslichen Umgebung“, in die sich dieses Miniaturdenkmal einfügt. Aus diesen Recherchen sind die Espressokannen „La conica“, „La cupola“ und „Ottagono“ sowie weitere Objekte für das Kaffeeritual hervorgegangen.

1983
ROBERT VENTURI
Die Zusammenarbeit zwischen Alessi und Robert Venturi geht auf das Jahr 1979 und die Recherchen zu „Tea & Coffee Piazza“ zurück. Bedeutsam ist die Begegnung mit Venturi vor allem auf Ebene der theoretischen Betrachtung und der hohen Themen der zeitgenössischen Architektur, wie er sie sieht: „komplex, widersprüchlich, basierend auf dem Reichtum und der Vieldeutigkeit der modernen Erfahrung“. Auf produktiver

Ebene hat die Zusammenarbeit mit Venturi zum Tablett „The Campidoglio“ geführt. Das vom gleichnamigen römischen Platz inspirierte Objekt ist die Stahlvariante des Tabletts für „Tea & Coffee Piazza“.

„ICH BIN EHER FÜR DIE VIELSCHICHTIGKEIT ALS FÜR DIE KLARHEIT DER BEDEUTUNG; EHER FÜR LEBENDIGE UNORDNUNG ALS FÜR OFFENSICHTLICHE EINHEITLICHKEIT.“ „MEHR IST NICHT WENIGER.“
ROBERT VENTURI
1985
MASSIMO MOROZZI
Massimo Morozzi hat sich sowohl mit der Designforschung als auch mit Corporate Identity und Produktdesign auseinandergesetzt und war lange als Art Director tätig. Er gehörte zu den Mitbegründern der radikalen Gruppe Archizoom (1966) und hat niemals auf seinen außergewöhnlichen Projektansatz verzichtet, weder in seiner Rolle als Designer noch als Art Director bei der Auswahl der Kreativen, mit denen er zusammenarbeiten wollte. Alessandro Mendini beschrieb ihn als einen „realistischen“ Designer und Architekten: Er nähere sich jedem einzelnen Thema auf Grundlage seiner Besonderheiten und habe darum jedes Mal ein gänzlich neues Objekt

hervorgebracht, das sich völlig von den anderen Entwürfen abhebe. Seine Objekte sind durch funktionale Innovationen gekennzeichnet, aber auch durch eine extreme Ausdruckskraft, die aus ihnen beinahe schon „Persönlichkeiten“ macht. Auch die für Alessi entworfenen Objekte zeichnen sich durch diese Eigenschaften aus, darunter der „Pasta Set“ mit seiner geheimnisvollen, faszinierenden Form, die bei der ersten Präsentation von niemandem als Kochtopf erkannt wurde.

„ICH VERFOLGE NOCH IMMER EINEN RADIKALEN ANSATZ, DAS HEIßT, ICH DENKE BEI DER PLANUNG EINES TISCHES AUCH AN DIE KATZE, DIE DARUNTER SITZT. EIN OBJEKT MUSS IN ALLEN BESTANDTEILEN FUNKTIONAL UND LEBENSTAUGLICH SEIN.“
MASSIMO MOROZZI
1986
PHILIPPE STARCK
Der Erfinder der überaus beliebten Zitruspresse „Juicy Salif“, Philippe Starck, steht für ein Design voll innovativer Kraft. Sein Design rüttelt an den Grenzen von Produktion und Handel und bringt Resultate hervor, die auf technischer oder wirtschaftlicher Ebene allein nicht zu rechtfertigen sind. Seine Projekte für Alessi sind wahre Meisterwerke: Sie

bewegen, sie vermitteln Gefühle, rufen Erinnerungen wach, überraschen, überwinden aktuelle Designkonzepte ... Kurz gesagt, sie sind von poetischer Natur.

„ALESSI HANDELT MIT GLÜCK!“
PHILIPPE STARCK
1986
ENZO MARI
Enzo Mari steht der Konsumgesellschaft äußerst kritisch gegenüber. Er vertritt die kompromisslose Vision eines rein auf die industrielle Produktion angewandten Designs und weist jegliches formales Blendwerk zurück, das nur dem Wohlgefallen des Publikums dienen würde. Er ist stets auf der Suche nach jener archetypischen Einfachheit, die als einzige ein neues Designobjekts in der bereits viel zu

überfüllten Konsumgesellschaft rechtfertigt. Die Begegnung zwischen Alessi und Mari geht auf die Mitte der 1970er Jahre zurück, als Alberto Alessi das von Mari für Danese entworfene Tablett „Arran“ produzieren will – ein Vorhaben, das erst 20 Jahre später, im Jahr 1997, umgesetzt wird.

„DIE ITALIENISCHE DESIGNINDUSTRIE IST IN WIRKLICHKEIT EINE METAPHER FÜR DIE INDUSTRIE IM ALLGEMEINEN.“
ENZO MARI

1989
MARIO BOTTA
François Chaslin schrieb über Mario Botta: „Keine übertriebenen Schnörkel, keine pedantische Raffinesse, keine bemühte Kunstfertigkeit: Bottas Sprache ist bescheiden, ausgewogen, niemals weitschweifig. Weniger literarisch geht nicht. Bottas Konstruktionen sagen wenig, das jedoch mit unglaublicher Ausdruckskraft.“ Die Zusammenarbeit des Schweizer Architekten mit Alessi begann 1989,

als er „Eye“ entwarf, eine der ersten Alessi-Armbanduhren. Im Jahr 2000 folgte ein weiteres Projekt: Die beiden Karaffen „Mia“ und „Tua“ sind ein sehr typisches Beispiel für seine ausgewogene, direkte und aussagekräftige Formensprache, die sein gesamtes Werk kennzeichnet.

1989
KING KONG
Ende der 1980er Jahre macht Alessandro Mendini, ein unschätzbarer Talentscout, Alberto Alessi auf zwei junge Florentiner Architekten aufmerksam. Stefano Giovannoni und Guido Venturini kommen sehr aufgeregt und mit einer Reihe von Skizzen im Unternehmen an, die eines sofort erkennen lassen: Ihre verspielte und elementare Poesie, die oft unmittelbar von der Formensprache des Zeichentricks inspiriert ist, verspricht interessante Ergebnisse zu zeitigen. Unter den Entwürfen befindet

sich auch der eines sehr schlichten Tabletts mit einem perforierten Rand. Das Muster zeigt kleine Männchen ähnlich denen, die man als Kind aus Papier ausschneidet. Niemand hätte sich damals träumen lassen, dass „Girotondo“ eines der beliebtesten Designobjekte aus der Produktion von Alessi werden würde.

« LE BONHOMME REPRÉSENTE JUSTEMENT CELA : UNE ICÔNE STYLISÉE, FIGURATIVE, QUI DEVIENT UN INSTRUMENT DE COMMUNICATION »
KING KONG

1991
ANDREA BRANZI
Andrea Branzi ist ein vielfältiger Designer, der für das breite Publikum nicht leicht zu lesen ist. In Alessi hat er einen Ansprechpartner für einige seiner extremeren Projekte gefunden, die größtenteils in kleiner Auflage produziert werden. Dazu gehören der Zahnstocherhalter „CO1369“ und der Flaschenöffner „Ercolino“. Diese beiden

Produkte aus Holz zeigen Branzi als einen Designer, der ebenso am Thema Umwelt wie an natürlichen Formen interessiert ist.

NEBEN STAHL WERDEN NEUE MATERIALIEN ERFORSCHT: DIE ERSTEN OBJEKTKOLLEKTIONEN AUS KUNSTSTOFF, GLAS, PORZELLAN UND HOLZ ENTSTEHEN.
ANDREA BRANZI

1992
FRANK GEHRY
Frank Gehry, einer der renommiertesten, international tätigen Architekten, ist für die skulpturale und organische Sprache seiner Werke bekannt. Seine Poesie zeichnet sich durch fantasievolle Formen und das Experimentieren mit Licht und Material aus. Der Fisch ist ein Sujet, das Gehry sehr am Herzen liegt, was sich sowohl in seinen Gebäuden wie auch in seinen Skulpturen widerspiegelt. Mal erinnert die Bewegung in seinen

architektonischen Werken an die Kreise, die ein Fisch im Wasser zieht, mal blitzen die Verkleidungen mancher Gebäude wie glänzende Schuppen. Beim Wasserkocher „Pito“ hingegen, den Gehry 1992 für Alessi entwarf, imitieren der melodische Verschluss und der Griff die Form zweier Fische in Bewegung.

1993
STEFANO GIOVANNONI
Die Zusammenarbeit mit Stefano Giovannoni begann gegen Ende der 1980er Jahre. Aus ihr gingen zahlreiche, kommerziell sehr erfolgreiche Produktfamilien hervor. Als Meister des „Super & Popular“ – Design, das nicht nur durch Qualität glänzt, sondern sich auch einem breiten Publikum erschließt – hat er für Alessi Bestseller wie die WC-Bürste „Merdolino“, die Keksdose „Mary Biscuit“ und die Topfserie „Mami“ entworfen. Die 1999 erschienene Edelstahlserie „Mami“ läutet eine neue Schaffensphase für Giovannoni ein, in der er dem Wunsch nachgeht, sich einem anderen Material als Kunststoff zu widmen.

Ende der 1990er Jahre geht auch die „farbenfrohe“ Phase der ersten Kunststoffobjekte zu Ende, da sich der Kontext ändert und die Komplexität ebenso zunimmt wie die wirtschaftlichen Zwänge. Die Rückkehr Giovannonis zum Stahl spiegelt diese Veränderungen wider – handelt es sich bei Stahl doch um ein klassisches, stabiles und langlebiges Material.

„EIN DESIGNER IST JEMAND MIT LANGEN ANTENNEN, DER DEN WANDEL DER ZEITEN VORAUSSEHEN MUSS.“
STEFANO GIOVANNONI

1993
GUIDO VENTURINI
Alberto Alessi describes Guido Venturini in the 1990s as “a convinced explorer of the shadow zone”. This was at the beginning of his association with the company. Indeed, the search for the human in all its different and contradictory forms is the main theme of this designer’s work. This exploration extends beyond the boundaries of design. Moving into figurative art in 2000, Guido Venturini

chooses drawing and painting as his main means of expression. This was reflected in his designs for Alessi, when his unusual and wacky pieces such as the “Gino Zucchino” sugar castor or “Inka” press filter coffee maker are joined by objects with soft and pictorial features, such as the “Acquerello” table set and the “All-Time” cutlery set.

“THERE ARE FIELDS OF EXPRESSION SUCH AS ART, MUSIC AND CINEMA THAT ALLOW YOU TO BRING OUT BAD, NASTY, AND VIOLENT THINGS, THAT HOWEVER HAVE BY THEIR NATURE BECOME LIBERATING. DESIGN DOES NOT USUALLY OFFER THESE OPPORTUNITIES...”
GUIDO VENTURINI

1994
LLUÍS CLOTET
Der Katalane Lluís Clotet, ein Vertreter der Barcelonischen Schule, widersetzt sich in seiner Arbeit der traditionellen akademischen Kodifizierung der architektonischen Formensprache. Treu ist er nur seiner Zeit und der Suche nach einer dogmenfreien Schönheit. Obwohl er hauptsächlich als Architekt tätig ist, hat Clotet während seiner

Laufbahn, wenn auch mit großer Zurückhaltung, einige interessante Designprojekte vorgelegt. Seine elegante Formensprache findet sich in dem wunderschön gekräuselten Rand des Tabletts „Foix“ und anderen an zerknittertes Papier erinnernden Projekten wie dem Korb „Port“ und der Salatschale „Enriqueta“ wieder.

„EN CONTRAPOSICIÓN CON LA COMPLEJIDAD Y PESADEZ DEL TRABAJO QUE IMPLICA LA ARQUITECTURA, ME ATRAE LA SENCILLEZ Y LIVIANDAD DE LOS DISEÑOS QUE NACEN DE LAS MANOS, DEL JUEGO Y DE LA IRONÍA.“
LLUÍS CLOTET

1997
RON ARAD
Ron Arad, eigentlich Architekt, hat einen Großteil seiner Laufbahn mit Designprojekten verbracht und mit diversen italienischen Designschmieden zusammengearbeitet. Die fortwährende Suche nach neuen Lösungen und das Experimentieren mit Formen und Materialien haben ihn zu einem Vorreiter der zeitgenössischen Kunst- und Designbewegung gemacht. Ein Teil seiner Produktion zeichnet sich durch die expressionistische Verwendung von Metallen wie Stahl und Aluminium aus, die

er entweder mit handwerklichen Methoden oder mit fortschrittlicher Technik bearbeitet. Die Arbeit mit Metall erlaubt ihm, organische Linien auszutesten, die sich später leicht auf andere Materialien übertragen lassen. Von Arad stammen so gefeierte Objekte wie die Vase und die unterteilte Antipasti-Platte „Babyboop“, der „Chiringuito Shaker“ und der Weinkühler „Chiringuito Cooler“.

„ICH GEHE NICHT BESONDERS METHODISCH VOR – ICH BIN RASTLOS UND FAUL UND SPRINGE VON EINEM ZUM ANDEREN.“
RON ARAD

1998
MUSEO ALESSI
Im Frühling 1998 wird das Museo Alessi eingeweiht. Das in der Anlage in Crusinallo di Omegna untergebrachte Museum erfüllt eine Doppelfunktion: als betriebliches Archiv und als Designsammlung.

1998
JASPER MORRISON
Die Entwicklung der Produkttypen in der häuslichen Umgebung gleicht nicht großen Entdeckungen, sondern kleinen, fortlaufenden Verbesserungen, und sie wird von der Vorstellungswelt uralter Rituale beherrscht. Aus diesem Bewusstsein heraus entstehen die Projekte von Jasper Morrison. Kleine, aber substanzielle innovative

Details werden vereint mit alten Wurzeln. Dies findet man auch in seinen Entwürfen für Alessi wieder, darunter der Korkenzieher „Socrates“, die Gläser der „Glass Family“ und die Töpfe „Pots&Pans“.

“THE SUPER NORMAL OBJECT IS THE RESULT OF A LONG TRADITION OF EVOLUTIONARY ADVANCEMENT IN THE SHAPE OF EVERYDAY THINGS, NOT ATTEMPTING TO BREAK WITH THE HISTORY OF FORM BUT RATHER TRYING TO SUMMARIZE IT, KNOWING ITS PLACE IN THE SOCIETY OF THINGS”
JASPER MORRISON

1999
MARC NEWSON
Was an der Arbeit von Marc Newson auffällt, ist seine extreme kreative und gestalterische Vielseitigkeit. Er war weltweit tätig, hat sich mit sehr unterschiedlichen Disziplinen befasst und Projekte von unglaublicher Vielfalt umgesetzt: Möbel und Objekte fürs Haus, Fahrräder, Autos, Privat- und Verkehrsflugzeuge, Jachten, Architekturen, Skulpturen ... So hat Newson auch den Einfluss erkannt, den das italienische Design der Nachkriegszeit auf ihn genommen hat: „Für einen Jungen, der

vom Entwerfen und Bauen besessen war, war es eine enorme Inspirationsquelle. Ich war begeistert von der schier unendlichen Fertigkeit der Designer und der Industrie, die jedes nur denkbare industrielle Produkt herstellen können, von Einrichtungsgegenständen bis hin zu Autos.“ Zu den von Newson für Alessi gestalteten Objekten gehört der Flaschenöffner „Stavros“.

„MICH INTERESSIERTE ES VIEL MEHR, DINGE HERZUSTELLEN ALS SIE ZU ENTWERFEN.“
MARC NEWSON

2000
WIEL ARETS
Wiel Arets ist ein einzigartiger Architekt und ein Freigeist, der nicht mit den Trends mit schwimmt und sich in keine Schublade stecken lässt. Seine Arbeit tendiert zur Regelmäßigkeit der Teile, ohne in einschränkendem Sinne minimalistisch zu sein, ist in hohem Maße von intellektueller Komplexität geprägt, dabei aber gleichzeitig sehr konkret und berücksichtigt mit großer Aufmerksamkeit und Zurückhaltung den Normalbürger. In seiner Arbeit als Designer befasst Arets sich mit der Beziehung

zwischen Objekt und Nutzer und entwirft Räume, in denen sowohl eine Auswahl wie auch Interaktion möglich ist. Die Espressomaschine „coffee.it“, die Pfeffermühle „pepper.it“ oder der Korkenzieher „screw.it“ sind typische Beispiele für seinen Ansatz.

“EVEN WHEN THE PROCESS IS OVER, IF YOU HAVE DOUBTS ABOUT YOUR PROJECT THAT'S GOOD, BECAUSE IT MEANS THAT YOU HAVE TO DEVELOP IT FURTHER. I THINK THAT DOUBT IS ONE OF THE MOST IMPORTANT ASPECTS FOR DESIGNERS AND CREATIVES”
WIEL ARETS

2000
DAVID CHIPPERFIELD
David Chipperfield, der britische Architekt von internationalem Renommee, verbindet intensive weltweite Bautätigkeit mit ebenso intensiver Lehrtätigkeit. Als Verfechter der Kontinuitätsidee interpretiert er Architektur als ein Instrument der Innovation, die er als fortlaufenden Versuch der Integration von Gegenwart, Geschichte und Tradition auffasst.
Dieser Aspekt findet sich auch in seinen Designprojekten wieder. Chipperfield entwirft

Objekte, die einen „prototypischen“ Charakter haben und wie zeitlose Unikate wirken.
Aus dem Austausch zwischen ihm und Alessi sind interessante Projekte entstanden, darunter die Objektserie für den Tisch „Tonale“ und der Klappstuhl „Piana“.

„MAßGEBLICH FÜR UNSERE HERANGEHENSWEISE AN ARCHITEKTUR IST DIE LÖSUNG VON PROBLEMEN. BEI JEDEM PROJEKT SPÜREN WIR FRAGEN NACH, DEREN ANTWORT DANN DIE ERSCHAFFUNG EINER FORM IST.“
DAVID CHIPPERFIELD

2000
MASSIMILIANO E DORIANA FUKSAS
Die Zusammenarbeit mit Doriana und Massimiliano Fuksas beginnt im Jahr 2003, als sie an den Recherchen zu „Tea & Coffee Towers“ teilnehmen. Die Arbeit von Massimiliano Fuksas konzentriert sich insbesondere auf öffentliche Gebäude und große urbane Komplexe. In puncto Design arbeitet er mit seiner Frau, Doriana Mandrelli, zusammen, die auch den Designbereich des gemeinsamen Studios leitet. Ihre Projekte

zeichnen sich durch ihre fortwährende Beschäftigung mit neuen Materialien und Produktionstechniken aus. Ihr Gespür für Materialien offenbart sich im Tellerservice „Colombina collection“, bei dem weißes Porzellan und Bone China und Melamin in unterschiedlichen Farben geschickt gegenüber gestellt und kombiniert werden

„SCHÖNHEIT EXISTIERT NICHT. SIE IST EINE WIDERRECHTLICH BEANSPRUCHTE KATEGORIE.“ (MASSIMILIANO FUKSAS)
MASSIMILIANO E DORIANA FUKSAS

2000
FUTURE SYSTEMS
Das Londoner Studio von Future Systems wurde 1979 vom tschechoslowakischen Architekten Jan Kaplicky gegründet, der 2009 verstarb. Die Arbeit des Studios bewegte sich zwischen Gegenwart und Zukunft, Funktionalität und Fantasie, Technik und organischen Strukturen, wobei sich Experimente stets mit konkreten Projekten die Waage hielten. Dieser Ansatz spiegelt sich auch in den für Alessi entworfenen

Objekten wider, darunter das aus Tellern, Gläsern und Besteck bestehende Service „Bettina“, dessen Entwicklung mehr als vier Jahre Arbeit in Anspruch nahm. Dieses komplexe Projekt gehört zweifellos zu den innovativsten, die Alessi jemals für diese Produktart umgesetzt hat.

„ICH HABE DAS GEFÜHL, DAS IMMER GERADE JEMAND ETWAS ENTWIRFT, DAS SICH UNSERE GENERATION BIS DAHIN NICHT EINMAL VORSTELLEN KONNTE.“ (JAN KAPLICKY)
FUTURE SYSTEMS

2000
TOYO ITO
Die Zusammenarbeit mit Toyo Ito begann im Jahr 2003 mit seiner Beteiligung an den Recherchen zu „Tea & Coffee Towers“. Als ein komplex und raffiniert arbeitender Architekt hat er eines der wichtigsten Kapitel der zeitgenössischen internationalen Architektur aufgeschlagen. In einer virtuellen Neuinterpretation natürlicher Vorbilder überzeugen seine Formen durch Leichtigkeit, Poesie und die Abwesenheit strenger

Geometrien. Aus diesem Ansatz entstehen auch seine Designprojekte für Alessi, darunter die Tassen „Kaeru“, inspiriert von den Wasserkreisen, die sich um Holzpfähle bilden, und das Besteck „MU“, das „scharf, und doch sensibel und elegant ist … Linear, doch mit der organischen Qualität von Pflanzen …“

„ARCHITEKTEN HABEN DIE ARCHITEKTUR ZU KOMPLEX GEMACHT. WIR MÜSSEN SIE WIEDER VEREINFACHEN UND EINE SPRACHE VERWENDEN, DIE JEDER VERSTEHT.“
TOYO ITO

2000
GARY CHANG
Der Architekt Gary Chang befasst sich mit dem Thema Wohnen und Raumqualität und widmet sich insbesondere dem Neuentwurf kleiner Wohnräume. Chang, der sich des Kontexts, der ihn umgibt und beeinflusst, bewusst ist, erklärt sich zu einem Theoretiker der „nicht-visuellen Architektur“ als Ausdruck eines „unsichtbaren, typisch östlichen Pragmatismus“. Der erste Kontakt mit Alessi findet im Jahr 2003 anlässlich des Projekts

„Tea & Coffee Towers“ statt. 2011 koordiniert er für Alessi die Recherchen zu „(UN)Forbidden City“. Bei diesem Projekt beschäftigte sich eine Gruppe chinesischer Architekten mit einem der traditionellsten Produkttypen von Alessi – dem Tablett/Behälter. „Trick and Treat“ ist sein persönlicher Beitrag.

„ICH GLAUBE NICHT, DASS DIE WELT NUR AUS DEM EINFACHEN KONTRAST ZWISCHEN OST UND WEST BESTEHT, SONDERN DASS UNTERSCHIEDLICHE ABSTUFUNGEN UND ASPEKTE DIESER DIALEKTIK NACH UND NACH MITEINANDER VERSCHMELZEN.“
GARY CHANG

2000
SANAA
„Schon seit der ersten Begegnung in Crusinallo, als sie eine Zigarette nach der anderen rauchte und uns dabei ihre ersten poetischen Entwürfe für das Tee- und Kaffeeservice ‚Tea & Coffee Towers’ vorstellte, dachte ich, dass sich in jenen zittrigen Bleistiftzeichnungen auf einfachen Stücken Papier ein neuer Designansatz für Alessi und das 20. Jahrhundert verbarg.“ Diese Worte sprach Alberto Alessi über die Designerin Kazuyo Sejima nebst ihrem Partner Ryue Nishizawa im Studio SANAA, und ihr

ebenso poetisches wie raffiniertes Tee- und Kaffeeservice. Aus diesem ersten, in Silber umgesetzten Entwurf wurden weitere Produkte abgeleitet, die sich gleichermaßen durch zarte poetische Linien auszeichnen, wie die Tassen und Komponenten des Teeservices aus der Serie „Fruit basket“.

„ENTWERFEN IST FÜR MICH WIE EINEN BAUM EMPORKLETTERN. MAN PROBIERT VIELE ‚ZWEIGE’ AUS, BEWEGT SICH STÜCK FÜR STÜCK NACH OBEN UND KOMMT SCHLIEßLICH AN EINEM ‚BLATT’ AN. MEIN GEFÜHL IST KEIN ANDERES.“ (KAZUYO SEJIMA)
SANAA
2002
PIERO LISSONI
Piero Lissoni ist ein sehr interessanter Designer der klassischen Schule, mit viel Sinn fürs Zeitgenössische. Er bewegt sich in allen Sphären, die als Aufgabenfeld eines italienischen Architekten gelten. Seine Tätigkeit erstreckt sich u. a. auf Urbanistik, Architektur, Industriedesign, Grafikdesign und Ausstattung. Bei jedem seiner Projekte beginnt

er mit einer Analyse der Komplexität sowie der unterschiedlichen Aspekte und Facetten der Aufgabe. Seine pointierte, minimalistische Inspiration ist im Sortiment von Alessi bereits in einigen schlichten, jedoch niemals banalen Projekten zum Ausdruck gekommen, darunter das Tablett „Disco Volante“ und die Badezimmerkollektion „Birillo“.

``„IN MEINER ARBEIT HABE ICH IMMER VERSUCHT, MÖGLICHST EINFACH ZU SEIN UND DIE KOMPLEXITÄT HINTER MIR ZU LASSEN. DIE KOMPLEXITÄT IST EIN PROBLEM VON MIR, DIE EINFACHHEIT MEIN ÖFFENTLICHES GESICHT.“ ``
PIERO LISSONI

2004
GEBRÜDER CAMPANA
Trotz ihres offensichtlich italienischen Namens sind die Gebrüder Campana Brasilianer bis ins Mark, und sie gehören zweifellos zu den interessantesten Vertretern des internationalen Gegenwartsdesigns. Sie haben dem europäischen Design eine kräftige Brise Leichtigkeit und Poesie eingehaucht. Die Brüder sind große Befürworter des „Handgemachten“, das für weniger entwickelte Länder eine konkrete Möglichkeit der gesellschaftlichen Rehabilitation darstellt. Sie unterstreichen diese „radikale“ Vision mit

ihrer Entscheidung, für ihre Designobjekte ärmliche und wiederverwendete Materialien zu verwenden. Dieser Philosophie verleihen auch einige der für Alessi entworfenen Projekte Ausdruck, wie beispielsweise die Objekte der Serie „Blow up“, die aus einer nur scheinbar zufälligen Ansammlung zerbrochener Essstäbchen aus 18/10-Edelstahl bestehen.

„IN UNSERER ARBEIT BESTIMMT DAS MATERIAL DIE FORM UND DIE FUNKTION, ES ERWECKT UNSERE PROJEKTE ZUM LEBEN.“
FRATELLI CAMPANA

2007
MARTÍ GUIXÉ
Er ist Künstler, erschafft Installationen und Performances, entwirft Ladeneinrichtungen und illustriert Bücher. Martí Guixé war außerdem der erste Designer, der sich in den 90er Jahren dem Thema Food Design widmete. Er vertritt den kritischen zeitgenössischen Designgedanken, doch seine Arbeit hat nichts Moralistisches. Sie nimmt im Gegenteil eher spielerische Züge an und ist von seiner ganz persönlichen, auf milde Art paradoxen Herangehensweise geprägt. Guixé bezeichnet sich selbst provokativ als „Ex-Designer“, um seine Abneigung gegen den formalistischen und stilisierenden Ansatz unseres Fachs zu unterstreichen. Angesichts der bereits

bestehenden Produkttypen erfindet er keine neuen Formen, die an die traditionellen Interpretationen ihrer Funktion gebunden sind, sondern sucht nach neuen Sicht- und Denkweisen für das betreffende Objekt. Dies erfordert auch eine aktive Beteiligung und einen kreativen Beitrag seitens des Nutzers ein. Als echter Produktdesigner hat er für Alessi Objekte entworfen, die einerseits kommunizieren und andererseits uns aber auch die Kommunikation ermöglichen, wie die Wanduhr „24h Sentence maker“, die Obstschale „Communicator arrow“, die Tischablage „Communicator plant“ und das Aufbewahrungsgefäß für Samen namens „Seed safe“.

„IN UNSERER ARBEIT BESTIMMT DAS MATERIAL DIE FORM UND DIE FUNKTION, ES ERWECKT UNSERE PROJEKTE ZUM LEBEN.“
MARTÍ GUIXÉ

2009
MARIO TRIMARCHI
Der gebürtige Sizilianer Mario Trimarchi lebt und arbeitet seit 1983 in Mailand. In seiner Arbeit hat er sich schon immer frei durch das Universum des Sichtbaren bewegt und Design, Fotografie, Entwurf und Bild als Teile eines einzigen großen Forschungsgebiets betrachtet. Seine Designprojekte sind von Geschichten, Erzählungen aus der Kindheit, literarischen Bildern und Architekturfragmenten inspiriert. Diese Einflüsse

zeigen sich auch in seinen, für Alessi entworfenen Objekten, darunter die Körbe der Serie „La stanza dello Scirocco“, die auf einer Kindheitserinnerung aus Sizilien basieren, oder die Blumenvasen „Intanto“ mit ihrem poetischen Verweis auf die Zeit, die der Schnittblume bleibt.

„DESIGN IST EINE NAIVE METHODE, SICH DEM MYSTERIUM DER SCHÖNHEIT EIN WENIG NÄHER ZU FÜHLEN.“
MARIO TRIMARCHI

2009
MATALI CRASSET
Allein ihr Haarschnitt und die Hartnäckigkeit, mit der matali crasset darauf besteht, dass ihr Name kleingeschrieben wird, sind Statements und würden ausreichen, um einen Eindruck ihrer Radikalität zu vermitteln. Design bedeutet für sie, die Augenscheinlichkeit der Kodizes, die unseren Alltag bestimmen, konstant zu untersuchen und zu hinterfragen. Seit den 90er Jahren hat sie eine ganz eigene Formensprache entwickelt. Aktuell geltende ästhetische Strömungen und „Formen nur der Form wegen“ finden in ihrem Designvokabular keinen Platz. Die Themen, auf die sich ihre ständig

weiterentwickelten Recherchen konzentrieren, sind vielfältig, doch untereinander verknüpft: die neuen Wohnbedingungen, die richtige Nutzung des verfügbaren Raums und die entsprechenden neuen Produkttypen, Modularität, Aneignung, Flexibilität und die Verwendung von Farben, für die matali crasset einen sehr persönlichen Ansatz verfolgt. Zusammen mit Pierre Hermé hat matali für Alessi eine Kollektion von Konditor-Utensilien entworfen.

„ICH WÜRDE SAGEN, MEINE ARBEIT IST EIN GELEIT IN DIE GEGENWART.“
MATALI CRASSET

2009
GIULIO IACCHETTI
Der eklektische Designer Giulio Iacchetti agiert zwischen Großvertrieb und kleinem Handwerk, zuweilen ist er auch für wichtige Designunternehmen tätig. Zu den Hauptmerkmalen seiner Arbeit zählt die Erforschung und Definition neuer Objekttypen, darunter das 2001 zusammen mit Matteo Ragni gestaltete Mehrzweckbesteck „Moscardino“.
In seinem Werk macht sich häufig eine kritische, couragierte „politische“

Spannung bemerkbar. Nur in scheinbarem Gegensatz dazu verfolgt er aber auch einen besinnlicheren Ansatz, wie mit dem Kreuz, von dem die 2011 in Mailand gezeigte Ausstellung „Cruciale“ ausging. Zu den für Alessi entworfenen Objekten gehören das Aperitifset „Ape“, das Tablett „Vassily“ und die Kollektion der Weinaccessoires „Noè“.

„ICH HABE MICH FÜR DESIGN ENTSCHIEDEN, WEIL ES MIR EINE POLITISCHE AUSDRUCKSMÖGLICHKEIT BIETET.“
GIULIO IACCHETTI

2010
MARCEL WANDERS
Der niederländische Designer Marcel Wanders, der für seine barocken Linien bekannt ist, arbeitet innovativ mit Dekor. Als Designer experimentiert er mit unterschiedlichen Ausdrucksformen und Materialien. Ihnen hat er sein unverwechselbares florales Schmuckwerk verliehen: eine opulente und beizeiten exzentrische Formensprache, die in ihrer Gesamtheit jedoch elegant und leicht wirkt. Die auf so unkonventionelle

Art verwendete Dekoration ist das kennzeichnende Merkmal seiner Projekte. Die Kreativität von Marcel Wanders kommt in der faltbaren Etagere „Fat man“ wie auch im Tafelservice und der Topfserie „Dressed“ zum Ausdruck.

„ICH HABE MICH FÜR DESIGN ENTSCHIEDEN, WEIL ES MIR EINE POLITISCHE AUSDRUCKSMÖGLICHKEIT BIETET.“
MARCEL WANDERS

2011
EERO AARNIO
Eero Aarnio ist einer der großen Erneuerer des zeitgenössischen skandinavischen Designs. Ihn interessieren besonders die verspielten und paradoxen Aspekte aus der Welt des Designs. Sein Ansatz, der als „spielerischer Skandinavismus“ bezeichnet werden könnte, spiegelt sich auch in seinen Entwürfen für Alessi wider, wie dem Flaschenöffner „Mouse“ oder dem „Duck Timer“.

Einen Teil seiner Arbeit widmet Aarnio der Kreation von Objekten in kleiner Auflage: So entstand der Multifunktionsbehälter „CrissCross“, als eines seiner ursprünglich für die handwerkliche Herstellung gedachten Projekte auf die industrielle Produktion übertragen wurde.

„EINE PRODUKTIDEE KANN AUF VIELE VERSCHIEDENE ARTEN ENTSTEHEN.“
EERO AARNIO

2011
NAOTO FUKASAWA
Naoto Fukasawa ist einer der einflussreichsten, aber auch radikalsten zeitgenössischen Designer, was „ökologische“ Gestaltung anbelangt. Ökologische Gestaltung ist hier nicht im allgemeinen Sinn zu verstehen, also dem sinnvollen Einsatz von nicht-erneuerbaren, bzw. recyclefähigen Materialien. Fukasawa geht es vielmehr um minimalistisches Design mit einer ruhigen und doch ausdrucksstarken Ästhetik. So setzt er die jahrtausendealte Formensprache seines Landes, Japan, äußerst eindrucksvoll fort. Seine gestalterische Vision stellt dem Interesse für die Formen der Objekte das Interesse am Verhalten der Menschen voran. „Design without thought“ und „Design dissolving behavior“ sind

die beiden Konzepte, die seine Überzeugung ausdrücken: Die Einfachheit ist ein Instrument, mit dem sich Vollständigkeit und eine harmonische Beziehung zwischen Objekt, Nutzer und Umwelt erreichen lassen. Das Ziel des Designers besteht also nicht darin, ständig neue Dinge zu entwerfen, sondern die bestehenden zu verbessern und Objekte zu gestalten, die schon immer Teil unseres Alltagslebens hätten sein können. Seinen Gedanken verlieh er in der Topfserie „Shiba“ und dem Wasserkocher bzw. der Teekanne „Cha“ Ausdruck.

„DAS DENKEN ERFORDERT VIEL ZEIT, DAS FÜHLEN HINGEGEN IST UNMITTELBAR. DAS STREBEN NACH DIESER UNMITTELBARKEIT, DIE OHNE DEN EINGRIFF DES DENKENS AUSKOMMT, IST DIE ESSENZ DES DESIGNS.“
NAOTO FUKASAWA

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